Montag, 28. Dezember 2015

Keine Stabilisierung von Parkinson ohne geistiges Wachstum

Zum Neuen Jahr 2016 gibt es hier "Lesefutter" für (fast) verzagte Parkinson-Patienten zwecks Aufbau geistiger Kräfte.

Was will der Blogger damit sagen? -

Wie jeder nachdenkliche Patient halb bewusst weiss, ist sein Zustand dadurch gekennzeichnet, dass sein "eigener" Wille blockiert ist, also daran gehindert ist, in die Tat umgesetzt zu werden. Dieser Gedanke geht durch seinen Kopf, sobald seine gewünschte Bewegung gehemmt wird ("freezing"), Stichwort "Rilkes Panther" (vgl. Posting vom 23. Mai 2013  und vom 8. September 2015 in diesem Blog). - Es kann aber nur das kleine, d. h. auf seine Persönlichkeit begrenzte Ego sich gehindert fühlen. Das geistig definierte Ich ist in seinen Willensäusserungen frei. Der Patient verneint jedoch auf Grund oberflächlicher Denkweise die Freiheit des Ich-Willens, das Vorhandensein eines unkörperlichen Ichs; er "denkt" nicht wirklich, sondern repetiert eingefahrene Gedankenmuster. Schliesslich verliert er sein Vertrauen in sein eigenes Denken und gibt auf: Parkinson in progredienter Form.
Roberto Assagiolis Star Diagram

Das muss aber keineswegs so enden. Es gibt auch den Weg zum geistigen Wachstum, d. h. zur Erkenntnis der Willenskraft des Ich, das dem kampfunfähigen kleinen Ego nicht etwa beisteht, sondern es durchdringt und verändert. Aber nichts entwickelt sich ohne Nachdenken, das Denken im eigentlichen Sinn. Gedankliches Wiederkäuen und Intellektualismus sind aus anthroposophischer Sicht kein Denken.

Ein wundervolles Beispiel für ein Ich, das ein Ego durchdrungen hat, finden sie hier im Interview mit Jeanne Moreau im Jahre 2010. Geben sie dabei Acht auf die Stelle, wo die Künstlerin gefragt wird: "Wessen Moral?"

Und nun wird es spannend:
Assagioli Psychosynthese Self vs. "I"

*Der Blogger erlebte nach einer stressbedingten Phase von Unbeweglichkeit in der medikationslosen Tageszeit am Nachmittag - nach 6 Monaten heftigster Gehstörungen - eine Rückkehr der mühsam erarbeiteten Gehfähigkeit. Es geschah nach den Weihnachtstagen 2015: Die Fähigkeit zum umbeeinträchtigten Gehen kam zurück, und zwar in gesteigerter Form, die über den Status der Video-Dokumentation vom 2. Juni 2014 in diesem Blog hinaus geht. - Voraussetzung dafür sind tägliche Bemühungen, einen locker pendelnden Gehvorgang zu starten. (Wer nie den Anlasser betätigt, wird nie erleben,  dass er mit seinem Auto losfährt!)

Das Aufleuchten der Individualität in der Persönlichkeit

"Nur durch eine freie Identifikation mit der jeweils vorfindlichen Persönlichkeit gelingt es dem Menschen, individuell in der Welt zu wirken. Die Persönlichkeit ist Teil der Handlungssituation, in der ein Mensch sich befindet. Das Wirken des Individuellen durch die und in der Persönlichkeit trägt zur Verwandlung dieser letzteren bei. Ich bin es, der zwischen Disidentifikation und (mehr oder weniger) freier Identifikation atme. Sowohl Schulungsweg wie bewusst gelebtes Leben bewirken Durchdringung und damit Verwandlung. Spielen die »Mys­terien« sich heute vor unseren Augen ab?"
Rudy Vandercruysse, 2015


Anthroposophische Medizin

"Anthroposophie" heißt wörtlich "Mensch" (anthropos) und "Weisheit" (sophia). Dieser Ansatz geht auf Rudolf Steiner (1861 – 1925) zurück, der die Anthroposophische Medizin zusammen mit Dr. Ita Wegman (1876 – 1943) entwickelte. Das umfassende Menschenbild, das der Anthroposophischen Medizin zugrunde liegt, ermöglicht es dem Arzt, die Zusammenhänge zwischen Körper, Geist und Seele besser zu verstehen.

"Dabei unterscheidet die Anthroposophische Medizin zwischen

- Körper (physischer Leib),
- Lebensorganisation (Ätherleib),
- Seelenorganisation (Astralleib) und
- Ich-Organisation (geistige Individualität).

Wichtig ist, dass sich die Anthroposophische Medizin nicht als Alternative, sondern als Ergänzung und Erweiterung zur konventionellen Medizin versteht. Sie wird heute sowohl ambulant als auch stationär praktiziert und forschend weiterentwickelt. Seit 1976 ist die Anthroposophische Medizin in Deutschland gesetzlich verankert und anerkannt. "

Die therapeutische Wirkung des Denkens (Rudy Vandercruysse)


Wut und Aggression  (in: Cheryl Sanders-Sardello, Aggression, Gewalt und Kulturverfall, Dornach 1997)




















Ich Selbstbewusstsein

http://agid.info/15-Selbstbewusstsein-Seele-und-Geist.69.0.html

"15. Selbstbewußtsein, Seele und Geist
Ein Selbstbewusstsein, durch das er sich als Ich zu bezeichnen vermag, erlangt der Mensch erst durch die denkende Selbstreflexion. In dieser denkenden Selbstreflexion, in der der Mensch durch die Wahrnehmung seiner Denktätigkeit zu einem Denkselbstbewusstsein gelangt, erfasst er sich als geistiges Wesen. Dieses geistige Wesen des Menschen, das man auch als Ichwesenheit bezeichnen kann, verbindet sich mit der Seele und durchdringt diese mit seiner anteilnehmenden Wärme und Präsenz. Dadurch eignet sich das geistige Wesen des Menschen die ihm von der Seele präsentierten Erlebnisinhalte als seine eigenen Wesensinhalte an, obwohl es sich – seinem Wesen nach – von all diesen Inhalten unterscheidet."


"Also sprach der Meister Lao-Tze:

Die Meister des Wissens vergewaltigen nicht ihr Herz,
die gewöhnlichen Leute überwinden nicht ihre Begehrlichkeiten.
Diejenigen, die zur Klarheit durchgedrungen sind,
handeln aus ihrer natürlichen und gesunden geistigen Verfassung heraus,
während die niedrig-gesinnten allen ihre entarteten Neigungen ausleben.
Ein gesunder Geisteszustand besteht darin, daß wir einen leichten Zugang finden,
 täglich, zu unserer inneren Kraft, unserer ursprünglichen Natur
und in unserer Mitte sind. Im Äußeren können wir dadurch vernünftig handeln,
ohne in die Dinge eingebunden zu sein.
Was heißt entartete Neigungen?
Wenn wir immer weiter auf raffinierte Reize aus sind,
Geschmack, Gehör und Augen gierig nach neuem suchen,
wenn wir unserer Begeisterung und unserem Ärger freien Lauf lassen
und uns nicht um die Folgen unserer Handlungen scheren.
Geistige Klarheit und Entartung stören einander.
Begehrlichkeit und die ursprünglich-wahre Gesinnung schädigen einander.
Beides kann nicht nebeneinander bestehen.
Kommt das eine auf, verschwindet das andere.
Um Deiner wahren Natur zu folgen, mindere einfach
 – wie die alten Weisen es schon taten –
Deine Begehrlichkeiten.
Unsere Augen lieben Formen und Farben, unsere Ohren lieben Klänge und Töne
und unsere Nase liebt Gerüche, der Mund die Geschmäcker.
Was die gewohnheitsmäßigen Wünsche betrifft, so wissen weder die Augen,
noch die Ohren, weder Nase noch Mund, was sie eigentlich wollen.
Unser Bewusstsein ist es, was all dies kontrolliert,
so dass alles an seinem Platz kommt.
Aus diesem Blickwinkel ist es ganz klar,
dass kaum jemand Interesse daran hat,
seine Begehrlichkeit zu überwinden."
In::
“Wen-Tzu - das Verstehen der Geheimnisse (057)”                    



Rudolf Steiners Sinnenlehre

(grob skizziert)





1. Höhere oder geistige Sinne

1.1. Ich-Sinn

1.2. Gedanken-Sinn

1.3. Sprach-Sinn

1.4. Gehör-Sinn



2. "Materielle“ Sinne (mittlere oder alchemische Sinne)

2.1. Wärme-Sinn

2.2. Seh-Sinn
2.3. Geschmacks-Sinn
2.4. Geruchs-Sinn

3. Konstitutionelle Sinne (untere oder körperliche Sinne)
(der physische Körper soll zum Instrument für das Ich werden)

3.1. Gleichgewichts-Sinn
(ausgleichende Funktion, besondere Beziehung zur Zeit, blüht auf bei Harmonie und Kontinuität in der Erziehung, Störungen bei unrhythmischen Handlungen, häufigen Umzügen und Hetze; später wichtig in der Bildung der Urteilsfähigkeit)

3.2. Bewegungs-Sinn
(Erleben der eigenen Bewegungen und der Bewegungen der Eltern und Geschwister, differenzierte Gestik wirkt auf Lebenstüchtigkeit und Zielstrebigkeit, Anforderungen an sich selbst stellen)

3.3. Lebens-Sinn
(Wahrnehmung des inneren Zustandes: gesund oder krank, glücklich oder unglücklich, Lebensfreude, die von der Umgebung ausgestrahlt wird, Stimmung der Eltern)

3.4. Tast-Sinn
(z. B. bei Misshandlungs- und Missbrauchserfahrungen; Achtung der Privatsphäre, Respekt;  schafft Raum für das Ich, das durch Lebens-Sinn zur inneren Dynamik erweckt wird und das durch den Bewegungssinn  eine Beziehung zur Umgebung knüpft.)

Vgl. frei nach Ad Dekkers: Ich bin, der ich war - Erinnerungen verarbeiten und  bewältigen  durch Meditation, Stuttgart 1999
 



"Geistiges Wachstum" ? - Was soll das heißen?

Bitte lesen sie hierzu den Post vom 23.03.2012 in diesem Blog.
Beachten sie dort auch die grafische Darstellung des Vedanta Yogi Ramana Maharshi (1879 - 1950) und
die dort wiedergegebenen 22 Thesen zur Frage "Wer bin ich?" -
In den Reigen der Zeitgenossen und "wahlverwandten Denker" Rudolf Steiners passt außer Ramana Maharshi auch der Psychologe Roberto Assagioli mit seiner "Psychosynthese" hinein.

Viel Spaß bei den Bemühungen zum Denken!


Ramana Maharshi's Zeichnung




































Rudy Vandercruysse weist in "Die therapeutische Dimension des Denkens - anthroposophische Aspekte zur Psychoanalyse",  Stuttgart 1999, den Weg zum geistigen Wachstum (vgl. Abbildung).




Bitte lesen sie zum Thema Ich-Willen auch den Posting vom 29. November 2013 "Den neurobiologischen Regelkreis transformieren" sowie die dem voraus gehenden und dem nachfolgenden Postings.

Hier ist Vandercruysses
Denkübung. Wie groß ist die Summe aller Winkel eines Dreiecks? - nun beweisen sie bitte sich selbst, warum es 180 Grad sind. - Denken sie an die Hilfe der parallelen Geraden!
. Denken sie schon oder suchen sie Ausflüchte?


Die Bewusstseinsseele

Dr. Markus Treichler weist in seinem Vortrag "Psychotherapie aus der Bewusstseinsseele" den Weg,  der vor Parkinson-Patientem mit frühkindlicher Traumatisierung (vgl. Thesen von Walton-Hadlock und Hurni) liegt, vgl. nachstehende Tabellenübersicht, in: Psychotherapie und der Kampf um das Menschsein - Ansätze zu einer anthroposophischen Psychotherapie, Dornach und Stuttgart 1999.


"Hoffnung ist nicht Optimismus
nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,dass etwas einen Sinn hat
- ohne Rücksicht darauf,
wie es ausgeht."

Vaclav Havel 


Eine zielführende Schulung des Geistes bewirkt:

- die Herrschaft über die Gedankenführung
- die Herrschaft über die Willensimpulse
- die Gelassenheit über Lust und Leid
- die Positivität im Beurteilen der Welt
- die Unbefangenheit in der Auffassung des Lebens

Diese Eigenschaften müssen zu einem harmonischen Zusammenklingen gebracht werden.
(Vgl. Rudolf Steiner "Die Geheimwissenschaft im Umriss", Dornach 1962)

     

                           
 "Viele Lebensprobleme bleiben ungelöst, weil der Mensch nicht genügend von dem Gedanken durchdrungen ist, dass in jeder Altersphase Selbsterziehung zu seiner Aufgabe gehört. Auf keiner Stufe der menschlichen Entwicklung geht alles von alleine. Die Erfahrung lehrt uns,  dass das Gewissen sich irgendwann meldet, wenn wir einfach eine bestimmte Angewohnheit oder Unsitte in unserem Verhalten auf unsere Erziehung zurückführen und gar nicht einmal versuchen, uns selbst zu ändern, oder uns womöglich sogar als Opfer aufspielen."
in: Ad Dekkers "Ich bin, der ich war - Erinnerungen verarbeiten und bewältigen durch Meditation", Stuttgart 1999


 

Montag, 7. Dezember 2015

Bei Parkinson-"Freezing": Kick den Karton !

Jeder Langzeit-Parkinson Patient kennt die plötzlich und zu unpassender Zeit auftretende Total-Lähmung der unteren Extremitäten, der Beine. Wie festgefroren haften die Sohlen am Boden: Rien ne vas plus. Die Knie bleiben steif.


Auf solche häufig in der medikationsfreien Phase eintretenden Überraschungen ist der Blogger präpariert:

                     Kick den Karton !

Er kickt abwechselnd mit dem linken und dem rechten Fuß gegen einen bereit stehenden leeren Pappkarton und treibt diesen quasi dribbelnd langsam Stück für Stück vor sich her. Das Freezing verwandelt sich in eine Geh-Behindertensportart.

# Der Karton sollte leer und leicht sein
# Je Kick sollte der Karton maximal 30 cm vowärts oder seitlich rutschen
# Größe: das 1 - 2-fache eines Schuhkartons
# aufgestellt in der Nähe des häufigsten Aufenthaltes im Haus oder in der Wohnung
# oder aufgestellt am Eingang zu einem längeren Korridor (der Blogger überwindet so Karton-dribbelnd leicht 10 - 12 Meter Entfernung bis zur Haustür einschliesslich 3 Abbiegungen im rechten Winkel)

Probieren sie das Karton-Kicken noch heute aus. Sie werden Spaß haben und - vor allem - voran kommen!! Gerade wenn der Postbote an der Haustür läutet...

Der neurologische Effekt ist positiv, da statt vielfacher Wiederholung eines vergeblichen Start-Befehls "Gehen!" nunmehr vielfache Wiederholungen des Start-Befehls "Kicken!" erlebt werden.

                   Stapfe trepp-auf und trepp-ab !

Das Treppensteigen ist durch ein Parkinson-Freezing ebenfalls nicht betroffen. Schon beim 1. Schritt trepp-auf oder trepp-ab löst sich die Schuhsohle vom Boden. Halten sie sich gut am Geländer fest und stapfen sie getrost über die Treppe.

Aber  Achtung. Mit dem ersten Schritt auf ebenem Flur setzt das Freezing wieder ein! Aber ein wichtiges Wegstück wurde überwunden.

Zur neurologischen Erklärung dieser Phänomene vgl. Ergänzungen u.a. im Posting vom 8. September 2015, "Beweis 1"

                 Matratzen-Sprung bzw. "Bett-Hüpfen"

Die Erklärung der geschilderten Phänomene liefert die Interpretation von Mark P. Hurnis Diagramm:

Vgl. auch Post vom 05.04.2019 in diesem Blog.



Montag, 30. November 2015

Elektro-Akupunktur: Tipps für Do-It-Yourself bei Parkinson

Parkinson-Patienten scheuen sich häufig das Handwerk der Akupunktur / -pressur zu erlernen, und es entgeht ihnen damit ein wirksames Instrument der Beeinflussung von typischen, meist unangenehmen Symptomen.
Do-it-Yourself. Akupunktur
Hier kommt ein kleiner Erfahrungsbericht des Bloggers, der leider selbst auch erst nach 15 Parkinson-Jahren die Wirkweise der Elektro-Selbstakupunktur entdeckte und nutzte:

EXKURS:
EAV 1958
Entwicklung der Elektroakupunktur nach Voll (EAV)
1958 entwickelte Reinhold Voll aus Ansätzen der Akupunktur nach der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) die Elektroakupunktur nach Voll. Es handelt sich dabei in erster Linie um ein diagnostisches Verfahren, bei dem an bestimmten Punkten der Hautoberfläche Messungen der elektrodermalen Aktivität durchgeführt werden. Die entsprechenden Punkte der Hautoberfläche entsprechen dabei Akupunkturpunkten auf Meridianen der TCM. Voll führte jedoch auch zusätzliche Messpunkte auf eigenen Meridianen (von ihm Gefäße genannt) ein. Seine Widerstandmessungen sollen der Diagnose von Krankheiten dienen sowie Aufschluss über die Verträglichkeit oder Anwendbarkeit von Medikamenten geben. Nach Volls Ansicht soll der Hautwiderstand an festgelegten Punkten bei akuten Erkrankungen erniedrigt sein, während er bei chronischen Erkrankungen erhöht sei. Der Patient hält die negativ geladene Elektrode in der Hand, der Arzt berührt Körperstellen mit der positiv geladenen Elektrode. Therapeutisch soll das EAV-Gerät Gerät einen schwachen elektrischen Strom zur Erhöhung der Wirkung der Nadelakupunktur abgeben.



1. Wie erfolgt die Suche des Ziel-Punktes?
Das Gerät (etwa "newgen electronics") wird auf "Suchen" eingeschaltet und mit der metallenen Spitze des Stiftes über die Haut geführt. Dieses Gleiten über die Haut kommentiert die Elektronik des Stiftes mit einem piep-piep-piep-... Ton. Dieser Ton erhöht seine Tonllage und Frequenz, wenn sich der Punkteur mit der Spitze des Stiftes dem Akupunkt nähert. Bei dem höchsten Ton mit schnellster Tonfolge ist das Ziel erreicht. der Akupunkt ist identifiziert.

2. Wie erfolgt die eigentliche Akupunktur?
Nun drückt der Punkteur einen Schalter für die Aktivierung  der Funktion "Stimulieren". Der vom Stift gegebene Ton ändert sich ebenso wie das Licht eines Lämpchens am Stift. Die metallene Spitze des Stiftes verbleibt zunächst auf dem stimulierten Akupunkt.

3.  Rückmeldungen des Gerätes in Form spezifischer Tonfolgen
Ist nach z.B. 20 Sekunden die vorher eingestellte Dauer der Stimulation erreicht, schaltet sich die Funktion selbsttätig aus und reagiert dabei mit einer Art "nachträglichem Kommentar"in Form einer differenzierten Tonfolge:
3.1. laute, aufgeregr klingende Töne, die sich wie das Wiehern eines Pferdes anhören. Die Tonfolge ist abwärts gerichttet,  die Frequenz verlangsamt sich etwas
3.2. Ton mittlerer Lautstärke, gleichmäßige Tonhöhe und -frequenz
3.3. schwächlich, zittrig klingender Ton gleicher Höhe und Frequenz

4. Was lernt der Selbst-Akupunkteur aus den akustischen und visuellen Rückmeldungen des Elektro-Akupunktur-Stiftes?

4.1. Indiziert der Stift eine chronische Situation am Aku-Punkt?
Falls ja,  erfolgt die Rückmeldung gemäß 3.1.

4.2. Indiziert der Stift eine akute Situation am Aku-Punkt, wie z.B. Energie-Blockade?
Falls ja, erfolgt die Rückmeldung gemäß 3.3.

4.3. Indiziert der Stift eine unauffällige Situation am Aku-Punkt?
Falls ja, erfolgt die Rückmeldung gemäß 3.2.



5. Wie fühlt es sich am Akupunkturpunkt selbst und am Körper allgemein an bei der Elektro-Selbstakupunktur?


5.1. schmerzhaftes, zunehmendes Stechen, vgl. 3.1.- Die Stromstärke der Stimulation kann den persönlichen Vehältnissen und Schmerzgraden stufenlos per Schalter angepasst werden.

5.2.  kaum Reaktion, vgl. 3.3. - Der Punkteur kann die Position seines Stiftes optimieren durch Relokation auf Grundlage anatomisch klarer Meridian-Punkte-Darstellungen oder probieren, ob eine kräftigere Stimulation erkennbare Rückmeldungen bringt.

5.3. Insgesamt sollten solche Sitzungen mit Elektro-Selbstakupunkzur nicht länger dauern als 20 Minuten, da das Nervensystem parallel zu dem Meridiansystem ebenfalls angeregt bzw. erregt wird. Dies kann zu Unruhe-Zuständen führen.


6. Therapeutische Ziele ihrer Selbstakupunktur

Ernst Busse + Paul Busse: Akupunktur-Fibel, München 1954, 3. Auflage6.1.
6.1. Ich will, dass sich eine chronisch "überlastete" Situation am Akupunkt beruhigt:
Ich akupunktiere den Akupunkt zu der Tageszeit, die in der Chinesischen Organ-Meridian-Uhr "Beruhigungszeiten" angegeben ist.

6.2. Ich will, dass sich eine aus akutem Grund durch Chi=Energie-Stau am Akupunkt gekennzeichnete Situation auflöst und quasi wieder in Schwung kommt: Ich akupunktiere den Akupunkt zu der Tageszeit, die in der Chinesischen Organ-Meridin-Uhr "Anregungszeiten" angegeben ist. 


Rat:
Beschaffen sie sich einschlägige Lteratur zum Thema Elektro-Selbstakupunktur.
Beginnen sie sofort, aber zunächst recht vorsichtig! Der Rest kommt mit der Erfahrung und den ersten Symptomen, die sie positiv beeinflusst haben. Hier im Blog gibt es zahlreiche Akupunktur-Tipps, die genug "Stoff" für die nächsten 12 Monate liefern.


Im Posting vom 08.10.2015 lesen sie mehr über die elektrophysikalische Wirkweise der Elektro-Akupunktur, vgl. dortiger EXKURS.

Montag, 16. November 2015

Akupunktur-Selbsthilfe auch für immobile Parkinson-Patienten

Es klingt oft zynisch, wenn ein schon weitgehend oder partiell immobiler Parkinson-Patient sich anhören muss, dass die Akupunktur der auf seinem Rücken neben der Wirbelsäule positionierten Akupunkte des Harnblasen-Meridians erhebliche Erleichterungen für schwerwiegende Symptome bringen würde.- Der Parkinson-Bezwinger Howard Shifke hat auf die zentrale Bedeutung möglichst täglicher Akupressur oder -punktur der Punkte des Harnblasen-Meridians aufmerksam gemacht, wie in diesem Blog an anderer Stelle dargestellt wurde.

Soll der immobile Parkinson-Patient nun gänzlich verzichten oder besser folgende Fragen beantworten.
- Wo finde ich einen TCM-Arzt, der mir tagtäglich diese zeitraubende Akupunkturarbeit widmen könnte?
- oder finde ich einen angelernten Freiwilligen für Akupunktur-Arbeiten am Rücken?
- Was könnte ich selber dazu beitragen?
- Kann ich wenigstens durch eigene Punktur- und Pressur-Aktionen gegen meine Schlafstörungen wirksam vorgehen?


Die Antwort ist kurz und klar:

Eine koreanische Akupunktur-Methode - KORYO SOOCHI CHIM - TAE-WOO YOO - verwendet Akupunktur-Punkte auf dem Handrücken zur Bearbeitung der zum Harnblasen-Meridian auf dem Rücken gelegenen korrespondierenden, aber kaum erreichbaren Akupunktur-Punkte. Das ist die Lösung: selber Akupunktieren auf dem eigenen Handrücken, links und rechts  der Sehne des Mittelfingers..




Hier hat der Blogger ein paar Schaubilder über die koreanische Handrücken-Methode zusammen gestellt. Alles, was der frisch motivierte Selbst-Akupunkteur nun noch braucht,  ist ein elektronischer Akupunkturstift, z. B. von newgen electronics für ca. € 30,00, und es kann los gehen.

Gerade heute hat der Blogger mit seinem uralten deutschen SEARCH'N STIM-Stift aus Meckenheim auf dem Rücken der eigenen Hand die Lage der fraglichen Punkte bestätigen können, und nun geht es bei Ihnen weiter !!

Wegen der interessanten grafischen Darstellung hat der Blogger ganz am Schluss auch die Akupunktur-Punkte auf der Hand-Innenfläche zusätzlich dargestellt. Vgl. www.akupunktur-hand.at

















Zum Glück gibt es zahlreiche Akupunktur- und Akupressur-Punkte, die durchaus im Bereich leichter Erreichbarkeit auch für immobile Parkinson-Patienten lokalisiert sind: im Gesicht und am Kopf, am hals und an den Händen und Unterarmen. Bei den übrigen können ihre Betreuer sicher helfen.

Zur exakten Ortsbestimmung/Lokalisation aller Aku-Punkte bietet die Webseite Do It Yourself acupuncture www.diyacu.com  einen genialen Service: Alle Meridiane mit allen Akupunkturpunkten finden sie dort aufgelistet. Sie können die Webseite mit einem Click auf Deutsch/German umstellen.
Zu jedem Aku-Punkt wird ein Bild mit der Lokalisation geliefert. Dieses Körper-Teil-Bild können sie in 3 Formen anschauen:
Lokalisation
1. auf der Haut,
2. auf Muskeln und Bändern und
3. auf dem Skelett.
Hier im Blog finden sie einige der diyacu-Bilder - jeweils Naturfarben auf schwarzem Grund wie nachstehend wiedergegeben.

Hier ein Beispiel für den Extra-Aku-Punkt MHN 54 Anmian (= friedlicher Schlaf - peaceful sleep).
Der MHN 54 ist geeignet zur Aktivierung bei

# Schlaflosigkeit
# Angstzuständen
# Schwindelgefühl
# Herzklopfen bzw. -rasen

Legen sie ihre Hände an den Hinterkopf mit den Handflächen über die Ohren. Suchen sie nun mit beiden Daumen links und rechts ihres Kopfes nach der ersten Wölbung in der Schädelbasis hinter ihren Ohren (siehe Abbildung 54 in weißer Schrift). - Nun können sie MHN 54 massieren so viel sie möchten und vertragen können.

Vorgehen bei Schlafstörungen

Von der Website diyacu.com stammt die folgende Liste empfohlener Akupunktur-Punkte, die aktiviert werden sollen bei Schlafstörungen: (vgl auch Posting vom 8. Oktober 2015)

GB 13 Gallenblase-Meridian
GB 20  "
GB 21  "
HT   7  Herz-Meridian
KD  6   Nieren-Meridian
N a c h t r a g :
(beachten sie auch die Ausführungen zur Bedeutung des Nieren-Meridians zur Behebung von Schlafstörungen im Posting vom 11. April 2016 in diesem Blog)

LIV  3  Leber-Meridian
MHN 54  Extra-Punkt An-mian ("friedvoller Schlaf")
P   6    Herzbeutel-Kreislauf-Meridian
SP  4   Milz-Pankreas-Meridian
SP  6   "
P 6  Herzbeutel-Meridian

P 6 Herzbeutel-Meridian


Schlafstörung beheben

Außer der Akupressur und Akupunktur gibt es weitere Maßnahmen, die erfahrungsgemäß geeignet sind, immer wiederkehrende Schlafstörungen von Patienten nach 15 oder 20 Jahren der Erkrankung zu mildern oder auch zu beheben.

Es  geht darum, ein besonderes nächtliches Szenario zu schaffen, das dem eigenen biologischen System unmissverständlich klar macht: Nun wird es Zeit mit dem Schlaf zu beginnen.

Schlaflähmung im Wachzustand verhindert entspanntes Einschlafen:
Welcher Patient hat nicht schon zwei, ja drei Stunden hellwach in seinem Bett gelegen, dabei unfähig, eine erholsame Schlafstellung einzunehmen, und darauf gewartet, dass die Wirkung der eingenommenen L-Dopa-Medikation endlich eintritt. Dann, in der dritten schlaflosen Stunde kommt dann eine minimale Medikationswirkung, die dann auch noch von kurzer Dauer ist. - Die Alternative ist folgendes Szenario:

1. Akupressur der hier dargestellten Meridian-Punkte unmittelbar vor dem Schlafengehen.

2. Einnahme einer 100 mg L-Dopa-Tablette,
z.B. Madopar LT in Wasser aufgelöst. Etwa 20 Minuten vor dem Schlafengehen.  

Achtung ! Ziffer 2 geändert seit 2. Februar 2016.

Statt einer Madopar-Tablette LT 100 mg werden 2 Portionen L-Dopa Mucuna Pruriens (natürliches Levodopa als Extrakt der Samtbohne) à 80 mg eingenommen. Begründung: Das Schlafen funktionierte zwar bestens; gleichzeitig wurden aber die Entzugssymptome mittags und nachmittags in den täglichen Medikations-Ferien unangenehmer. - (weiteres Feedback hier am selben Ort!)

3. Normale abendliche Wasch- und Zahnreinigungsroutine; eher ein bisschen ruhiger und gründlicher ausgeführt als gewöhnlich. Danach 5 Minuten lang gestreckt auf dem Rücken auf dem Bettvorleger liegen; die Arme nach oben gestreckt. Wer noch etwas Energie übrig hat, kann die im Posting vom 30. Juli 2013 in diesem Blog geschilderte Jin Shin Jyutsu-Übung aus dieser Lage heraus praktizieren.

4. Schlafstellung auf dem Rücken im Bett einnehmen und sofort mit der Akupressur der Drüsen begiinen, die für das Ingangsetzen des Schlafmodus von Bedeutung sind: die Zirbeldrüse (Engl. pineal gland), die Hypophyse und die Schilddrüse (Engl. thyroid and parathyroid gland)
Punkt Nr. 4 Zirbeldrüse, Nr. 8 Schilddrüse

Die Zirbeldrüse erreichen sie durch Pressen eines Punktes am zweiten Gelenk ihres Daumens auf der Innenseite (vgl. Abbildung)mit Druck gegen das Gelenk. Dadurch wird die Zirbeldrüse angeregt, um das für den Schlafmodus nötige Serotonin zu produzieren. Ein wenig näher der Daumenspitze liegt gleich neben an die Hypophyse, die mit dem Wechsel der Modi des Stehens und des Liegens zu tun hat.

Die Schilddrüse erreichen sie durch Pressen einer Linie auf dem Muskel des Daumens ("Maus"); aber bitte kräftig und langanhaltend. Gelenkige Patienten können auch zusätzlich den korrespondierenden Punkt auf der Fußsohle pressen, vgl. Abbildung. - und natürlich jeweils beide Hände bearbeiten!

Mit dieser Methode hat der Blogger lang anhaltende Schlafstörungen behoben. Statt einer Wartezeit von 2 - 3 Stunden wurde die Wartezeit der Tablettenwirkung von L-Dopa auf 20 - 30 Minuten reduziert. Dem Einschlafmodus wird so das gespannte Warten erspart.

Probieren sie es selbst - schon heute Nacht.

Nachtrag vom 23. Mai 2016 : 
Erprobte neue Kombination von Akupunkturpunkten gegen Schlafstörungen;.

3 dieser Punkte sind nahe den Handgelenken lokalisiert. HT 5, Si 5, PC 6;
1 dieser Punkte finden sie am Unterarm, Außenkante: Si 7
1 dieser Punkte finden sie - nach langem, ausdauerndem Suchen - am Anfang des Wadenmuskels, 4 Finger breit höher gelegen als der innere Fußknöchel: KD 9 (Nieren-Meridian)

Zeit-Strategie.
wenigstens 4 Wochen lang täglich insgesamt 20 Minuten für alle 5 ( x 2 wegen links + rechts)
Hypophyse Akupressur am Daumen + großen Zeh

Schilddrüse - thyroid gland -Akupressur

Dienstag, 27. Oktober 2015

Geh- und Lauftraining bringen Bewegungskompetenz bei Parkinson zurück (Norman Doidge)

Revolutionär der Neurowissenschaft N. Doidge
Trifft ein forschungsorientierter Neurowissenschaftler auf einen echten Parkinson-Widerstandskämpfer, dann liegt eine Sensation geradezu in der Luft  So geschah es unlängst in Kapstadt mit John Pepper und Norman Doidge.  Doidge durfte mit ansehen, wie ein Langfrist-Parkinson-Patient durch tägliche Geh- und Wanderübungen seine Fähigkeit zur medikationslosen Fortbewegung auf zwei Beinen zurück gewonnen hat. Darüber und über den steinigen Weg dorthin berichtet Norman Doidge jetzt in seiner Dokumentation.

Lassen sie es sich nicht entgehen, Norman Doidge und John Pepper in Youtube live zu beobachten und zuzusehen. 

Doidge über John Pepper:
"His next tale, from South Africa, is that of John  Pepper, a man diagnosed with Parkinson’s disease more than 20 years ago who, at 77, has managed to reverse all of its symptoms using “neuroplastic techniques”. Pepper, through trial and error, and an understanding of how Parkinson’s typically acts against sequences of muscle memory, taught his body, first through entirely conscious relearning of the sequences involved in walking, and then in all other actions, how to think differently. Pepper had found, Doidge suggests, “through conscious walking, a way of using a different part of his brain to walk… by ‘unmasking’ existing brain circuits that had fallen into disuse”. Pepper has taught many other Parkinson’s sufferers his methods, “uninhibiting” brain circuits and “strengthening them neuroplastically” over time."
"Bewusstes Gehen", von John Pepper




Aber nun alles hübsch der Reihe  nach.  

Und - bitte sehr - ein wenig Theorie und praktische psychologische Forschung über Ursachen des Parkinsonismus:




Hier wird eine Erklärung dafür gesucht, dass der am Morbus Parkinson Erkrankte zur Zeit seiner Diagnose bereits eine weitgehende Inaktivität der sog. schwarzen Zellen (substantia nigra) in seinem Gehirn aufweist.

Die These lautet: Diese Zellen sind nicht ohne triftigen Grund "abgestorben", sondern vielmehr in Folge "erlernten Nichtgebrauchs" inaktiv geworden. Diesen Nichtgebrauch der Dopamin erzeugenden Zellen kann man bereits an bestimmten Charakterzügen erkennen, die lange vor dem Erkennen der Krankheit manifestiert sind. Dort liegen auch die Ansatzpunkte für neuroplastische Heilung.

In den nachfolgenden Porträtskizzen wird der Versuch unternommen, eine Person zu charakterisieren, die auf Grund einer frühkindlichen Traumatisierung früh in den Zustand einer strukturellen Dissoziation geraten ist. Ein solcher nicht heilender Dauerzustand ist nach Walton-Hadlock und Hurni (vgl. Marc Peter Hurni: „Die verlorene Wut“) eine der notwendigen Vorbedingungen für eine spätere Parkinson-Diagnose. 
in: Dissertation von Mark P. Hurni, Universität Granada, über Parkinson-Ursachen

Das Gehirn verharrt im "fight or flight"-Modus des sympathischen Zweiges des Nervensystems.

Porträt-Skizzen

Die bei der Abtrennung des Gefühlslebens aus dem täglichen Lebenskalkül („heart-mind split“) zu beobachtenden Auffälligkeiten der betroffenen Person werden in den Porträtskizzen nicht aus dem Blickwinkel des Beobachters geschildert sondern aus der Perspektive des alltäglich handelnden Ego-Ichs – so wie es sich z. B. einem guten alten FreundIn oder seinem Psychotherapeuten anvertrauen würde.

„erlernter Nichtgebrauch“ ( use it or loose it )

Die später darauf folgende Parkinson-Erkrankung ist dann zu interpretieren als der Zusammenbruch verschiedener Funktionssysteme dieses Menschen in Folge der körperlichen, funktionalen, emotionalen und mentalen Unmöglichkeiten/Inkompetenzen des Biosystems adäquate Antworten auf die geschilderten Fehlsteuerungen und erlernten Missbräuche zu finden. Das Belohnungssystem des Gehirns wird orientierungslos. Gewöhnlich beginnt dieser Zusammenbruch im Funktionssystem des Magen-Darm-Traktes. Der Körper wird unzureichend entgiftet. Erste typische Parkinson-Symptome werden erst Jahrzehnte später auffällig. 


Hurni's Erklärungsansatz


Das Gehirn verändert seine Wirkweise durch erlernten Nichtgebrauch der Dopamin-erzeugenden Zellen der substantia nigra (vgl. Norman Doidge: „Wie das Gehirn heilt - Neueste Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft“, Campus Verlag Frankfurt/New York 2015). Der Mensch kriegt einfach nichts mehr zustande, was sein Gehirn mit einer Dopamin-Ausschüttung belohnen könnte. Der Rest ist bekannt. – 

(Vielleicht ergeben sich aus diesen Beobachtungen einmal Kriterien für die hypothetische Phase 2 der Parkinson-Krankheit, vgl abgebildete Tabelle)
Überraschender Umkehrschluss

Was nicht bekannt ist und was die Fachwelt aus der Fassung bringt, ist Norman Doidge’s Umkehrschluss: Gemäß unumstrittener Plastizität unseres Gehirns können durch „erlernten Nichtgebrauch“ verloren gegangene Kompetenzen durch neu initiiertes Lernen z.T. reaktiviert und/oder verloren gegangene Funktionen zurück gewonnen werden; z.B. das Gehen des Parkinson-Patienten Jahrzehnte nach seiner Parkinson-Diagnose. Ohne jegliche Medikation, versteht sich; ohne L-Dopa.   

Norman Doidge dokumentiert ein solches Wieder-Erlernen der verloren gegangenen Gehfähigkeit am Beispiel des Parkinson-Patienten John Pepper, geboren in London 1934 und aufgewachsen während der Bombardierung Londons durch die Nazis (8 Monate "the Blitz", 57 Nächte hintereinander in London, Zerstörung von ca. 1 Million Häusern): vgl. Kapitel 2: "Ein Mann rennt seinen Parkinsonsymptomen davon - Wie Training helfen kann, degenerative Krankheiten zu zähmen und die Demenz zu verzögern", S. 61-136, in: "Wie das Gehirn heilt"

Wieder-Erlernen des Gebrauchs

Der Weg zur neuroplastischen Heilung beginnt bei der Verbesserung der allgemeinen Zellularfunktionen von Neuronen und Gliazellen und führt über Neurostimulation, Neuromodulation, Neurorelaxation, Neurodifferentiation und Lernen. Anders ausgedrückt: Neuroplastische Heilung führt über einen langen Weg schließlich zum Wieder-Erlernen des Gebrauchs der inaktiven Zellen oder von Zellen mit alternativen Neuro-Transmittern.

Der Blogger liefert mit seinen Videos Anschauungsmaterial zu Doidge’s Schlussfolgerung. Doidge redet keiner Parkinson-Genesung das Wort sondern der Behebung entscheidender Verluste lebensnotwendiger Grundfunktionen, wie z. B. das Fortbewegen des Körpers im Modus des Gehens.

Andere, die von Parkinson-Genesung sprechen, beziehen sich auf Personen, denen es gelungen ist ihre Parkinson-Charakterzüge zu überwinden, indem sie psychotherapeutisch geheilt worden sind. Sie konnten die strukturelle Dissoziation überwinden.


Achten sie auf die typischen "Parkinson-Charakterzüge“:
(Diese sind bezeichnend für Personen, die im letzten Viertel ihres Lebens Morbus Parkinson vom idiopathischen Typ erleben können)


1. Ich werfe die Flinte ins Korn

Sobald im Gefühlsleben ernsthafte Schwierigkeiten mit dem Partner auftreten neige ich dazu die Flinte ins Korn zu werfen.

lm Inneren erhebt sich dabei sofort meine Frage nach der Alternative, d. h. nach der Zielrichtung des Ausweichens bzw. der Zielperson des Fluchtweges. Dieses Szenario wirkt automatisch und kann nur durch intensive Denkanstrengungen unterbrochen werden. Es löst in mir gleichzeitig Scham aus, etwa wie eine Fahnenflucht in den Augen "treu dienender" Soldaten. Denn wie kann eine Armee je gewinnen, deren Soldaten die Flinte ins Korn werfen? Es fühlt sich für mich an als würde jemand anders diese Entscheidung für mich treffen. Die Person, mit der ich emotionale Schwierigkeiten erfahre, wird im Rahmen dieses Vorganges als „unerreichbar“ abgestempelt. Ein echter Durchbruchsversuch zur Kommunikation wird nicht unternommen. Aus meinem Herzen mache ich eine „Mördergrube“. Ich sage nicht, was in mir vorgeht, d. h. ich verberge mein Herz an einem unheimlichen Ort. Nach außen hin negiere ich das Problem und die Emotionalität dieser Person einfach.

2. Ich betreibe Raubbau

In verschiedenen Lebenslagen neige ich dazu an und mit mir selbst Raubbau zu betreiben.

2.1.  ...an den Gefühlen

Ich neige dazu widerstandslos Emotionen weiblicher Personen hinzunehmen bzw. anzuregen, anstatt diese dem Verfahren der Willenssteuerung zu unterwerfen. Das lähmt mich, da es meine Fähigkeiten übersteigt und ich mich überfordere.

2.2. ...am Energiehaushalt und Nervensystem

Ich neige dazu, geschäfts- und berufsbezogene Herausforderungen gleichsam auf mich zu ziehen. Die damit verbundene Belastung wird als Belohnung fehlgedeutet. An meinem Nervensystem und Energiehaushalt betreibe ich Raubbau - bleibe schließlich ausgelaugt zurück.

2.3.  ...an meiner Aufgabe der Lebensorientierung

Ich neige gleichzeitig dazu, die selten entstehenden Pausen und Zeiten der Ruhe mit anspruchsvollen wissenschaftlichen oder künstlerischen Aktivitäten auszufüllen, anstatt solche Ruhezeiten für das Nachsinnen und Nachdenken über den richtigen Lebensweg nutzbar zu machen. Übrig bleibt ein Ruheloser auf dem suboptimalen Lebensweg.
Oberflächlich betrachtet empfinde ich solche Zeiten als Langeweile, die schnell durch einen intellektuellen oder kreativen Reiz ausgefüllt werden muss.


3. Ich treibe  Schindluder

3.1. ...mit meiner Herkunft und meinen Vorfahren

Ich neige dazu, mit meinen inneren Verbindungen zu der älteren sowie zu der verstorbenen Generation meiner Familie Schindluder zu betreiben. Ich nehme solche inneren Verbindungen kaum wahr, ignoriere sie zur Verwunderung anderer und entwickele selten und nur ansatzweise eine gedankliche, emotionale und geistige Auseinandersetzung mit den betroffenen Personen. Eine Wertschätzung dieser Personen oder meiner Verbindung zu ihnen verdeutliche ich nicht. Ich frage mich niemals, welches Lebensrätsel meine Eltern und Großeltern erkannt, gelöst oder ungelöst gelassen haben. Übrig bleibt ein sich als isoliert empfindendes Ich, das oft in Träumen, aber auch in Gedanken von schuldbeladenem Eigenverhalten erfährt und  dadurch in Mitleidenschaft gezogen wird.

3.2. ...mit meinen Gefühlen und meiner Selbstachtung

Wenn ich mich mit meinen Gedanken in Tagträumereien bewege, können meine damit verbundenen Emotionen gar nicht ebenbürtig mit wirklich erlebten Gefühlen und Empfindungen sein. Ich begnüge mich aber mit dem Abklatsch der Wirklichkeit, mit der Phantasie. Ich schäme mich dieses Kleinmachens und der Selbstzufriedenheit des Ego-Ichs. Ich nehme Abstand vom Handeln im Jetzt. Wer ist es, der sich gerade selbst lähmt?

3.3. ...mit meinen Körperkräften

Schon vor dem Erreichen des 50. Lebensjahres reduziere ich meine sportlichen und tagtäglichen auf die Körperbewegung gerichteten Aktivitäten. Ich erfinde immer phantasievollere Ausreden, um mich weniger sportlich aber vermehrt intellektuell oder geschäftlich-spekulativ zu beschäftigen. Sogar im Rahmen sportlicher oder Qi-gong-bezogener Aktivitäten fällt mir selbst die Halbherzigkeit auf, mit der ich gequält mein Minimal-Programm absolviere. 



4. Ich stelle mich selbst an den Pranger
Parkinson: vom Nervensystem an den Pranger gestellt

Selbst im beneidenswerten Zustand der - eingeschränkten - Gehfähigkeit im Zustand ohne L-Dopa-Medikation am Nachmittag oder am Abend verfallen Körperhaltung und Gesichtsausdruck beim Heraustreten aus der Haustür - hinein in die Welt dort draußen - in den parkinson-typischen Zustand des vornüber gebeugten Greises, dem die Kraft zum Gehen fehlt und dessen Gesicht seine Angst erkennen lässt vor fast allem, was geschehen kann: Leute kommen dir entgegen, ein Autofahrer hupt, ein Hund kläfft in der Ferne, ein Kind weint, ein Teenager telefoniert laut...  Dein eigenes Nervensystem wählt unter Vernachlässigung deines Willens dieses Abbild der Unattraktivität und Jämmerlichkeit. - Es stellt dich selbst an den Pranger! Dort, wo die Leute flanieren und dich unwillkürlich sehen müssen, dort präsentiert dich dein Nervensystem so. - Peinlich? - ist gar kein Ausdruck für das was da geschieht.

Demütigung gegen den Stolz?

Und dabei bist du stolz auf deine Leistung, im 19. Jahr mit dem Morbus Parkinson wieder 
ungebeugt und ohne Sonderbewegungen der Beine ohne L-Dopa-Medikation gehen zu können.- Zu seinem Glück hat der Blogger nun den Zustand schon erreicht, dass er nach der oben geschilderten Szene der Selbst-Demütigung zweimal durchatmet, ein paar vorsichtige Schritte nach vorn schleicht und sich dann plötzlich unbeschwert, aufrecht und von einem frohen Lächeln begleitet auf den Spaziergang begibt; allerdings bisher noch (9.5.2017) an der Hand einer Pflegekraft als Begleitperson.






 Vgl auch Postings vom 7.12.2009 und vom 11.12.2009:

     Neuropathologisches Drama in 5 Akten


und vgl.  auch Posting vom 2. August 2016:

     Geh-Übungen ohne L-Dopa ... 
In diesem Posting vom 2. August 2016 wird dargelegt, wie sie es praktisch anstellen, ein (fast) tägliches Geh-Training auf den Weg zu bringen. Hier ist - wohlgemerkt - nicht von einem Geh-Training unter L-Dopa-Medikation die Rede, sondern vom Geh-Training in einer Tageszeit, wenn die letzte L-Dopa-Pille länger als vier Stunden vor dieser Zeit eingenommen wurde.
Gehen üben sozusagen im freien Fall - uber in Begleitung einer umsichtigen Pflegeperson. 

und vgl. Posting vom 21. Juni 2016 
"Geh- und Lauftraining im Off-Zustand der L-Dopa-Medikation bei Parkinson"



 

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Gallen-Meridian akupunktieren gegen Ischias und "restless legs" bei Parkinson

Zum Anlass einer kürzlich erlebten heftigen Verstärkung folgender Parkinson-Symptome hat der Blogger eine Serie von Akupunkturpunkten auf dem Gallen-Meridian aus der Literatur entnommen und mit erstaunlichem Erfolg ausprobiert:

- Ischiasschmerzen im unteren Rücken und
- heftige Schlafstörungen durch unangenehme Lähmungen und Berührungsschmerzen der Beine im Liegen
- Störung der Nachtruhe durch das Gefühl von aufgestautem Ärger und "Wut"


 Serie der Aku-Punkte,  die mittels elektronischem Akupunktur-Stift einige Tage nacheinander jeweils abends stimuliert werden:

GB 20, 26, 27, 30, 31, 34, 43, 44 (VB = GB = Gallenblasen-Meridian) sowie zusätzlich LI 3, LI 4 = Dickdarm-Meridian, Akupunkte 3 und 4 (am Mittelhandknochen des Zeigefingers) und ST 43 des Magen-Meridians auf dem Fuß, vgl. Abbildungen



GB 43 und GB 44 nicht vergessen !

(Bitte lesen sie auch die Ausführungen "Psychosomatik des Gallenblasen-Meridians" im Posting vom 11. Mai 2012 in diesem Blog mit den dortigen bildnerischen Darstellungen des Meridian-Verlaufes.
Der Blogger empfiehlt auch die Nutzung seines Postings vom 16.01.2013 über Psychosomatische Akupunkturpunkte insbesondere für Parkinson-Patienten)

Ausdrücklich weist der Blogger darauf hin, dass GB 20 sehr leicht mit MHN 54 "ain mian" (= peaceful sleep) verwechselt werden kann, vgl Schädelbasis-Akupunkte am Schädel-Knochen, Abbildung unten.
GB 20 in orange und rechts daneben MHN 54 in weiss

LI 3 bei Schlafstörungen, nächtlichen Lähmungen; ist aber nicht leicht zu finden!


LI 3 und LI 4 = GI 3 und GI 4 in der Abbildung. LI 4 gegen chi-Stau



Beobachtete Veränderungen:

(Bitte zu beachten, dass sich diese Bemerkungen auf die Situation des Bloggers beziehen, der das System der täglichen Medikations-"Ferien" zwischen 11 und 24 Uhr sowie zwischen 0 und 2 Uhr pflegt, bei einem L-Dopa-Konsum von täglich ca. 200 mg.)
ST  43 - Magen-Meridian

- längere nächtliche Phasen des Durchschlafens von 2-3 Stunden jeweils
- Verringerung der Blasentätigkeit und des Harndrangs
- morgens wird ein entspanntes Ausschlafen möglich - anstatt Grübeln und Unruhe der Gedanken
- Rückgang der bisherigen allnächtlichen Schlaflähmungen von der Taille an abwärts
- gelegentliche nächtliche "lichte Augenblicke", in denen der Blogger sich leicht vom Bett erheben und ungewohnt beschwerdenfrei umher gehen kann, und zwar ohne L-Dopa-Medikation

(Vgl. auch Posting vom 20. August 2014 mit Dokumentation der Medikation inklusive natürliches L-Dopa, als Extrakt der Samtbohne Mucuna Pruriens, zum Zwecke besseren Schlafens)




EXKURS:  
ACUPUNCTURE POINTS, MERIDIANS, CHI, MICRO-ELECTRICAL CURRENT, COLLAGEN AND LIQUID CRYSTAL

vgl. AN INFORMATION AND CONTROL SYSTEM USING DIRECT CURRENT (DC) ANALOGUE ELECTRICAL SIGNALS WHICH RUNS IN CONNECTION WITH THE NERVOUS SYSTEM HAS BEEN POSTULATED TO EXPLAIN HOW ACUPUNCTURE MIGHT WORK, BY ROBERT BECKER. BECKER IS A RETIRED PROFESSOR OF ORTHOPAEDIC SURGERY WORKING IN NEW YORK STATE. HIS HYPOTHESIS IS BASED ON WORK WITH LIMB REGENERATION IN AMPHIBIANS AND ON THE PHENOMENA OF THE CURRENT OF INJURY.

Zum Thema Akupunktur und ihre naturwissenschaftliche biophysikalische Erklärung empfiehlt der Blogger die hier erreichbare Website. (Chinesisch "luo" bedeutet: kleines Netz)

Und schauen sie sich die Bilder mit den Meridian-Linien auf dem Frauenkörper genau an. Missverstehen sie die farbigen blütenartigen Verteiler-Netzwerke auf der Mikro-Ebene nicht als Ornamente oder Verzierungen der Körperbilder! Denn genau durch diese kleinen Netzwerke (Chinesisch.  "luo")  entfaltet sich die Wirkung der elektronisch gesteuerten Elektro-Akupunktur immer dann, wenn der Akupunkteur  n i c h t   exakt den Akupunktur-Punkt auf dem Meridian lokalisieren kann. Es kann akso kaum etwas schief gehen auf dem Weg zur Wirkung.





































Elektrischer Widerstand um den Akupunktur-Punkt

Conduction via Myelin Sheath (meridians)

Akupunktur Hautschichten



Glial cells - respond to and emit neurotransmitters





Gegen Restless-Legs-Syndrom empfehlen  TCM-Ärzte auch das zusätzliche Akupunktieren der im Bild dargestellten Punkte des Blasen-Meridians und Ki 3 des Nieren-Meridians:


Bitte beachten sie auch das Posting vom 31. März 2012 
in  diesem Blog mit weiteren Nachweisen und Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung über die Wirkweise der Akupunktur im Bereich der Psychologie.