Donnerstag, 10. August 2017

Arbeitsblatt A aus der täglichen Übung der Kognitiven Restrukturierung


Kognitive Restrukturierung – allegorisch dargestellt

als verhaltenstherapeutischer Ansatz für Fälle von struktureller Dissoziation
-       in Folge einer emotional bedingten Traumatisierung in früher Kindheit
-       als notwendige Bedingung eines später sich zeigenden Morbus Parkinson 

Arbeitsblatt A .
(vom 10.08.2017)

Zurückführung (status quo post)
- des aus der Balance geratenen zentralen Nervensystems (status quo)
- auf den in frühester Kindheit herrschenden Normalzustand (status quo ante)
Empfohlen vom Parkinson's Recovery Project 
( - dort gilt die Empfehlung allerdings nur für Parkinson-Patienten, die Levodopa-enthaltende oder -beeinflussende Medikamente maximal für wenige Wochen eingenommen haben !)
Vgl auch Post vom 9.09.2016 betr. L-Dopa-Freizeit/Ferien.

Leitfaden für die individuelle Visualisierung des Bloggers im Rahmen seiner
kognitiven Umstrukturierungs-Übung:

Merkmal
Herz (Gefühl, Intuition etc)
Gehirn (Verstand, Vernunft etc)
Status ante
Herz hat Führungsrolle, ist verantwortlich für Sicherheit
Gehirn hat Berateraufgabe,
beschafft Daten für Bewertung
Emotionales
Trauma
Trauma zerstört Sicherheit, so dass das Herz auf Überlebenskampf im KRIEG umschaltet; Herz kapituliert, übergibt Kommando an Gehirn
Gehirn sucht und findet Wege der Umgehung und Verdrängung der Belastungen aus dem Trauma, wird zum KRIEGSHERREN / WAR-LORD, gnadenlos, führt Kriegsrecht ein
Folge:
status quo
Von der Führungsrolle des „Burgherren“ sinkt es hinab zum
„Ritter Ohneland“, der viele hohe
Selbstansprüche fahren lässt (*vgl. Anmerkung im Anhang) und seelisch orientierungslos wird.
Hat Führungsrolle, misstraut den Gefühlen, kann seine peinliche Inkompetenz nur mühsam verhehlen, lenkt gern davon ab, misstraut sich schließlich selbst.
Kognitive
Restrukturierung
Religiöse Affirmation Nr. 2
„Fülle mein Herz / mich mit
FRIEDEN und mit HARMONIE“
(beginnend mit FRIEDEN)
Religiöse Affirmation Nr. 1
„Fülle mein Gehirn mit FRIEDEN und mit HARMONIE“
(beginnend mit FRIEDEN)
Visualisierung Nr. 1
Herz als kompaktes Organ / Pumpe für Versorgung mit Blut;
der Herzbeutel / Pericardium ist wegen „Stilllegung“ geschrumpft und fast leblos-farblos (vgl. Achim Eckert-Zitat im Post vom 9.06.2017 in diesem Blog)
Gehirn als grau-schwarzes, klobiges Gebilde, angefüllt mit kriegsbedingtem Unrat (Kriegslügen, Waffenarsenale, Schwarzmalerei usw.), der ausgeschieden werden muss, bevor das Weiß der FRIEDENS-Fahne einziehen kann.
Visualisierung Nr. 2
Über das gesamte Farbspektrum kann sich das Herz inkl. Herzbeutel regenerieren mit den  knall-roten, nach oben gerichteten Wölbungen, Armen und Beinen und mit Mund, wie in den Posts vom Frühjahr d. J. abgebildet, bereit zur Rück-Übernahme der Führungsrolle inkl. des Stabes von Kundschaftern und Botschaftern
Gehirn als hellgraues Wesen mit Armen und Beinchen, wie in  den Posts  vom Februar und März 2017 abgebildet; als kleiner Diplomat mit weißer Weste, der eine neue, ihm ungewohnte, dienende Aufgabe erwartet.
Visualisierung Nr. 3: Umwandlung
Fortsetzend mit HARMONIE:
Führen setzt voraus, dass Ziel und Sinn dieser höchsten Aufgabe erkannt und festgelegt werden. Erbeten wird HARMONIE mit ihrerseits zweifacher Sichtweise: 1. Als
Zusammenführen von unvereinbar erscheinenden
Positionen – 2. Als gemeinsames Richtmaß für Klang-Schönheit
Fortsetzend mit HARMONIE:
Dem Verstand muss verdeutlicht werden, dass der bevorstehende Schritt der Sinn-Stiftung mehr von ihm erwartet als passives Gefüllt-Werden. HARMONIE bedarf einer willensgesteuerten
Mitwirkung und Fokussierung jedes tönenden Wesens.
(vgl. Ziffern 1. und 2. in der nebenstehenden Herz-Spalte)
Visualisierung Nr. 4.
Status post
Knallrotes Herz inkl. Herzbeutel erwirbt zusätzliche Fähigkeiten des Herzen-Hörens (Salomo) und –Sehens, versinnbildlicht durch die Comic-Figur des Barbapapa; dieser vernimmt HARMONIE in der Herz-Ballon-Straße Barcelonas, aber auch vom hellrot glimmenden LED-Herzen von Manhattan (vgl. Post vom 9.06.2017). Danach erst lädt es das Gehirn zur Mitwirkung ein. Danach Danksagung an das Gehirn für dessen Leistungen  und Übernahme der Macht.
Das noch hilflose Gehirn hat sich mit geschärften Sinnen auf die Suche nach dem gemacht, was andere HARMONIE nennen. Das Gehirn hat Einsichten gewonnen.
Dank der dynamischen Wirkungen der Aktionen des Herzens findet das Gehirn den Anschluss. –

Danach bedankt sich Herz beim Gehirn für jahrzehntelange Dienste des Verstandes als Retter in Notzeiten.
Status post
Neue Allegorien finden
Neue Verbildlichungen von Abstraktem, wie z.B. von „Führung jenseits Ratio“
Neue Verbildlichungen von „der Führung dienen“

Barbapapa = Comic-Figur Original, aber auch in Form eines Herzens beispielsweise:

Visualisierung neuer Fähigkeiten beim Üben













Anhang:

Wandlung des Herzens, damals im Mittelalter - und heute?

(Verbildlichung von Abstraktem = Allegorie)
vom "Ritter Ohneland" zum fürsorgendem Fürsten, Künstler und Kulturstifter

Ritter Ohneland
sah sich im Mittelalter vor die Wahl gestellt zwischen diesen Alternativen:

1. Raubrittertum, d.h. gewaltmässige Aneignung fremden Eigentums
2. Das "große Los" ziehen oder Belohnung kassieren beim Sieg über alle Gegner auf Ritterspielen
3. Belohnung kassieren für Kriegsdienste zugunsten des höheren Adels
4. Belohnung kassieren für Kriegsdienste zugunsten der Kirche in Europa
5. Kreuzrittertum, d h. Belohnung kassieren bzw. vereinnahmen von Versorgungsleistungen
    für Kriegsdienste zur Befreiung heiliger Stätten der christlichen Kirche im Nahen Osten "von der Besatzung durch Andersgläubige (z. B. Muslime) und durch Ungläubige"
6. Erzwingung laufender Abgaben - jenseits üblicher Frondienste - von Nutzern fremder Ländereien - durch Androhung grausamster Misshandlung und Tötung.
7. Aufnahme von Krediten von meist jüdischen Geldverleihern - mit der verheimlichten Absicht, sich vor einer Rückzahlung an ebendiese ihrer durch Vertreibung oder Ermordung zu entledigen.

Dienstag, 1. August 2017

Programmierung von sieben L-Dopa-unabhängigen Hirn-Schaltkreisen

Neu gebildete L-Dopa-freie Schaltkreise des Gehirns

- arbeiten und wirken ohne erkennbare Parkinson-Symptome
- in der Zeit der täglichen 12 Stunden, in den L-Dopa-Ferien, und
- ermöglichen kontrollierbare Gehbewegungen
- unterscheiden sich in "mit Sicherheit" sofort startbare und
-  "mit variabler Wahrscheinlichkeit" sofort startbare Schaltkreise
- sind verbunden mit der Überwindung der erschreckenden, doch vorüber gehenden kognitiven Einschränkungen durch die DIRTY ROUTE des Nervensystems "in Todesgefahr": klarere optische Wahrnehmung, Stabilisierung der Motivation, bessere Berechnung der Bodenbeschaffenheit als Voraussetzung für sicheres Gehen. Vgl. auch Janice Walton-Hadlock.
Joe LeDoux' Erkenntnis über die dirty low road bei Parkinson


Exkurs: "Schmutzige" ROUTE  (Joseph LeDoux) 
Pedelec Tricycle für Geh-Behindete mit Parkinson im Spätstadium

Vgl. Posts vom 9. und vom 27.06.2017

Beschreibung eines Selbsterlebens der schmutzigen ROUTE des Nervensystems: Der Blogger will morgens um 10 Uhr - unter L-Dopa-Medikation seit 21 Uhr des Vortages - sein Pedelec-Trike von dessen Stellplatz vor der Tiefgarage, ca 3 Meter unterhalb des Niveaus der Straße, heraus fahren.
Hierzu muss er eine schräge Rampe, die  auch noch wendeltreppenartig um 90 Grad nach links dreht, hinunter gehen. Es regnet, und der Ort liegt im Baumschatten. Der Boden ist schlüpfrig. - Trotz präzisester  Vorbereitung zeigt das Nervensystem des Bloggers nach drei Schritten nur noch eine mittelgraue, undifferenzierte Fläche an Stelle des Bodens vor seinen Augen an - als sei dort ein teppich-großer "blinder Fleck", der Details für die Steuerung der Beinbewegungen nicht liefert: keine Abstände, keine Größen- und Höhenangaben, keine Steigungswinkel, nur die graue amorphe, dumpfe Großfläche, d. h. auch keine Resonanz der vom Blogger erzeugten Schrittgeräusche. Und dann? -
Panikartige Antizipation eines bereits erlebten Sturzgeschehens - wie im Februar des Jahres real -, dann bewusstes sanftes Abfedern einer Beinbewegung und Anlehnen an eine rechts gelegene Mauer + Neubesinnung zur sicheren Überwindung der letzten 3 Meter bis zum abgestellten Trike an seiner Ladestation. 
Nach dem Anlehnen an die Mauer sprang die alte, fehlerhafte Visualisierung des gleichmäßig grauen "blinden Flecks" am Boden zurück auf einen steil abwärts schräg spindelförmlich verlaufenden Zementboden mit seinen eingebauten tiefen Rillen im Zement, d. h. auf eine realitätsgetreue Wiedergabe eben dieser Tiefgaragen-Einfahrt. 
Wie gefällt ihnen ein solches Erleben? - Der Blogger erarbeitet Alternativen:

Hier sind die identifizierbaren neuen Schaltkreise des Gehirns 
mit wiederholbaren Wirkungsmustern 
- jenseits von Parkinson-Symptomatik

1. Schaltkreis: Gehen im Haus,
möglichst lange gerade Strecke innerhalb der Wohnräume gleichmäßig immer wieder hin und her schreitend mit Berührung einer Wand oder eines Möbels bei den  Kehrtwenden um 180 Grad - mit erhobenem Kopf über den nach hinten gezogenen Schultern, zweckfrei als reine Mobilitätsübung, beide Hände frei. Beste Startzeit: ab 14.00 Uhr; Umfang. 30 Minuten, am besten barfuß und auf Holz oder auf einem Sisalteppich. Z. Zt. etwa 50 - 65 % Wahrscheinlichkeit eines sofortigen Starts. -

Falls dieser 1. Schaltkreis nicht startbar sein sollte, entscheidet sich der Blogger für den 3. Schaltkreis des Wanderns auf der Wiese im Garten. - Es fühlt sich an als wolle das Nervensystem sich mit der Meinung durchsetzen: "Ich weiß besser, was gut für dich ist! Geh hinaus an die Luft."

2. Schaltkreis: Gehen außer Haus
im belebten Stadtgebiet, begleitet von einer Pflegeperson (eine Hand haltend oder ohne Kontakt daneben gehend)
ohne Blickkontakte oder Kommunikation, strikt, doch ohne Hektik um ein Vorankommen bemüht, Kollisionen oder Überraschungen mit Entgegenkommenden klug vermeidend, mit 500 Metern beginnend bis 1.500 Metern Entfernung, Schuhwerk: Sandalen
Die Wahrscheinlichkeit eines problemlosen Starts ist auf nunmehr 10 % gesunken. Dies liegt an dem durch große Tiefbauarbeiten eingezwängten Umfeld vor dem Wohnhaus und dem Lärmpegel der verschiedenen Baumaschinen. Letzter Fehlversuch am 7.08.2017.

3. Schaltkreis: Wandern auf der blickgeschützten Gartenwiese barfuß,
ansonsten wie 1.; immer hin und her
Nach Pfarrer Kneipp-Manier auch auf kaltem, nassen Gras
Das Schreiten ähnelt hier einem PowerWalking, mit Schwung und längeren Schritten

Vom Schlurfen "auf Glatteis" zum Grashüpfen und PowerWalking
Besonders aufschlussreich ist immer wieder die Reaktion des Nervensytems an der Schwelle vom mit Steinplatten belegten Terrassenboden zur beginnenden Grasnarbe. Das nervtötende Schlurfen, Zentimeter für Zentimeter vorwärts auf den Steinplatten verwandelt sich in ein leichtfüßiges Hinüber-Hüpfen auf die Grasfläche, sobald das Gehirn erkennt, dass einer der beiden Füße das Gras risikolos erreichen, d. h. betreten kann. Und schon im Hinüber-Hüpfen beginnt das Bewegen der Beine im Jogging-Rhythmus vorwärts -  mit tadelloser Körperhaltung des Bloggers, frei von Symptomen des Parkinsonismus. Vgl. Videos in diesem Blog.

4. Schaltkreis: Blockade- oder Eis-Brecher "Kick den Karton"
In aufrechter Gehbewegung stückchenweise vorankommend durch "Dribbling" mit einem lehren Pappkarton, der vor dir auf dem Boden liegt.
Das Nervensystem erkennt die Situation sofort als KEINE GEFAHR, IST NUR SPIEL und kooperiert (vgl. Spiel-Szenen im Film AWAKENINGS, Oliver Sacks/Robert de Niro/ ) Vgl. Posts vom  7.12.2015,  vom 22.06.2016 und vom 10.07.2017  in diesem Blog.

Die Wahrscheinlichkeit eines sofortigen Starts ist fast 100 %. Allerdings steigert sich die so erzielte Vorwärtsbewegung im Laufe der Nutzung noch erheblich.

5. Schaltkreis: Matratze-Hüpfen, -Springen, auf der Stelle Treten/Gehen
- oder Judo-Tatami als Untergrund
Vgl. Posts vom  22.06.2016 und vom 10.07.2017  in diesem Blog
Das zentrale Nervensystem springt sofort auf KEINE GEFAHR um, sobald der erste Fuß auf der Matratze gelandet ist bzw. sicher landen wird. Lockere Gehbewegungen werden plötzlich ermöglicht, und das Training kann beginnen. Das Rückgrat wird automatisch gerade, die Schultern ziehen nicht mehr nach vorn.
Aber Achtung: die Bewegung in der so vorübergehend erworbene Mobilität ist sehr anstrengend. Nichts übertreiben. Der Muskeltonus bleibt miserabel, aber Intention wird in Bewegung umgesetzt, ungehemmt.
100 % sofortiges Starten.

6. Schaltkreis: Unvermitteltes Losrennen aus der Gehbewegung
Vorausgesetzt wird, dass der Trainierende sich im Schaltkreis 1, 2 oder 3 befindet und gut zurecht kommt.
Wenn die reine Lust  auf mehr Bewegung den Trainierenden überkommt: nicht zögern, sondern umsichtig und probeweise 10 bis 20 Schritte joggend dazwischen schalten; auch das Abbremsen will gelernt sein; später wiederholen im Renntempo und den erlebten Mobilitätserfolg genießen
50 - 65 % Wahrscheinlichkeit eines sofortigen Starts für das Losrennen.

7. Schaltkreis: Sich achtsam davon Schleichen / Rückzug antreten
zielstrebig, doch mit vorsichtigen kleineren Schritten (kein Trippeln oder Schlurfen) vorwärts gehen -
Voraussetzung ist hierbei, dass der Trainierende meint, sich im Schaltkreis 1, 2 oder 3 zu befinden - in der Realität aber ein anderer Zustand im Zusammenhang mit der L-Dopa-Medikation herrscht.

Es ist der bejammernswerte Zustand der Off-Phasen mit der L-Dopa-Medikation: voll gepumpt mit Tabletten, aber ohne die erhoffte positive Wirkung auf die Mobilität. - Entscheidend ist hierbei, dass innere Ruhe herrscht, bewahrt wird und eine gelassene Haltung des Trainees vorliegt. Der Muskeltonus ist so niedrig, dass von einem Wanderschritt oder PowerWalking keine Rede sein kann.

Die Beine sind schwer, aber die  Fußsohlen kleben nicht am Boden, lassen sich mit etwas Mühe bewegen. Dann Schritt für Schritt voran, das Tempo nicht forcieren. Etwa nach dem Motto des Liedtextes von THE COWARD OF THE COUNTY, wenn Kenny Rogers rezitiert: "Walk away from trouble if you can..., son, you don't need to fight to be a man!" Mit anderen Worten: Bewahre die Ruhe. Das Nervensystem schätzt die noch vorliegende Grundgefahr als weniger heftig, jedenfalls nicht lebensbedrohlich  ein: kein Erstarren, kein Kampf,  keine Flucht, sondern geordneter Rückzug (inkl. das Abwarten einer Chance auf Revanche)

Am 30. Juli 2017 hat der Blogger diesen Schaltkreis 7 zum zweiten Mal erfolgreich ausprobiert; nur 2 Stunden nach der letzten Einnahme von 25 mg L-Dopa, also in einer Phase heftiger Entzugserscheinungen. Muskeltonus 50 % des Normalen.
70 % Wahrscheinlichkeit eines sofortigen "sicheren Umwegs immer an der Wand lang".


8. Schaltkreise zur Bewältigung komplizierter / komplexer Handlungsabläufe
Es geht darum, verloren gegangene Fähigkeiten im Zustand ohne L-Dopa-Medikation neu zu erlernen - jedoch nicht nach dem Motto "Nun mach schon, aber zügig!", sondern nach dem kognitiv definierten Modus "Alles Komplexe lässt sich in kleine, einzelne Schritte zerlegen - Ich beginne ganz systematisch! - Wenn es beim ersten Mal nicht klappt, breche ich ab und versuche es zu späterer Zeit erneut. Ich will die Freude meines Erfolgserleebnisses auskosten."

8.1. Schaltkreis "Nachstellen der Hinterachs-Bremse am Pedelec-Trike"
Seit Jahren werfe ich zu früh 'die Flinte ins Korn', d. h. breche meine ungelenken Hantieungen an der Brems frustriert ab. Meine Fehleistung verbuche ich als Progression von Parkinson.
Ich fahre dann "kamikaze" ohne zweite gute Bremse durch die Stadt. Unverantwortlich!!

Am Sonntag, dem 13.08.2017 gelang das Nachstellen mit Hilfe eines 5 mm Imbus-Schlüssel, mit verlängertem Teil entgegen der Blickrichtung nach rechts drehend, nach Anschlag eine viertel Drehung zurück. Das ganze auf feuchten Kopfsteinpflaster-Steinen knieend und von schräg hinten unter dem Lasten-Korb hindurch auf das Bremsteil schauend, ohne Lesebrille chancenlos. - 
Frisch gewonnene Kompetenz eines Fahrrad-Mechanikers. Eine Riesensache für den Blogger - denn viele kluge Helfer sind an dieser Aufgabe schon gescheitert.

8.2. Schaltkreis "volle Verantwortung für das Geschirr- einschliesslich Kochgeschirr -Spülen am Sonntag - außerhalb der eigenen vier Wände"
Nur Parkinson-Kranke können nachvollziehen, worum es geht: Im kaum noch gehfähigen Zustand und ohne L-Dopa-Medikation Ordnung in die Küche eines anderen Haushalts zu bringen. Dutzende, ja hunderte einzelner, niemals vorher vollzogener Bewegungen, zwei Schhritte nach rechts mit schwerer Bratpfanne in der Hand usw, .
Der Blogger wird seine zum 2. Mal am 13.08.2017 gelungene Übung jetzt regelmässig 'anbieten', um einen drohenden Kompetenzverlust zu vermeiden und sich als gleichberechtigt zu fühlen: gleiche rechte - gleiche Pflichten!!

9. Schaltkreis "Dreirad-Fahren mit Pedelec ohne L-Dopa"
Vor zwei Jahren hatte der Blogger zuletzt eine größere Tour ohne L-Dopa gemacht. Das Problem sind der Start vom meist etwas abgelegenen Park-Orten sowie das Absteigen und die anschließende Fortbewegung zu Fuß. Das Fahren selbst erfordert eine hohe Aufmerksamkeit und Vorsicht bei abschüssigen und schrägen Verläufen des Bodens und seines Belages: Kopfstein-Pflaster macht große Probleme auch beim Absteigen vom Dreirad. - Hier heisst es Üben, wie am 13.08.2017 übr ca. 5 km in ländlich-ruhiger Umgebung geschehen.  


Aufgabe des Programmierers:
Finde einen Einstiegsmodus, der sicherstellt, dass Verletzungsgefahren des Trainee minimiert sind und suche nach verschiedenen Verknüpfungen zwischen den Schaltkreisen. So wird ein ciruit-hopping ermöglicht. Dies schafft zusätzliche Sicherheit.
- Baue kleine Erfolgserlebnisse als Meilensteine ein. Hinweise auf Aktivierung weiterer Neurotransmitter und Hormone.
Details festlegen über die körperliche Kondition des Trainees.
Sammlung von Tricks und Tipps zur Vermeidung von Hyper-Motivation - hyper-intention - und ihrer desaströsen Auswirkungen.

wird fortgesetzt







Mittwoch, 26. Juli 2017

Psycho-Drama "Parkinson" mit drei neu entdeckten Akteuren (2011)

"Innere Unruhe, verborgenes Vibrieren" lautete die Überschrift eines kurzen Essays, in dem der Blogger vor sechs Jahren seine innere Realität  vor dem Hintergrund der vollzogenen L-Dopa-Reduktion beschrieben hat. Dieser wahrhaftige, schonungslose Text soll den Nutzern dieses Blogs nicht vorenthalten bleiben:

Anmerkung:
Des Bloggers L-Dopa-Medikation ist bis heute auf 250 mg an einem Normaltag limitiert. Die Einnahme wird von 21 - 09 Uhr, also auf nachts, zwecks Vermeidung der gefürchteten nächtlichen "immovilidad tonica" (Mark-Peter Hurni, vgl. auch Post vom 24.10.2014 in diesem Blog) beschränkt. Jeder Tag bringt jetzt rund 12 Tagesstunden L-Dopa-Ferien.





Patient Hurni forschte an der Uni Granada und fand den Schlüssel zum Rätsel Parkinson
in. Hurnis Diss., bestens dokumentierte Litteratur-Quellen + eigene empirische Forschung

Dienstag, 18. Juli 2017

Diffiziles Management im Mix alter und neuer Schaltkreise des Gehirns

Inmitten des Therapie-Verfahrens der Kognitiven Umstrukturierung (seit Februar 2017) erlaubt sich der Blogger ein kurzes Innehalten. Es geht hier ja um die Überwindung einer strukturellen Dissoziation, die ihrerseits zu einer notwendigen Bedingung eines Morbus Parkinson geworden war. Neuartige Kognitionen können die Voraussetzungen dafür liefern, dass neue Schaltkreise des Gehirns entwickelt und betriebsbereit installiert werden. Dies ist ein langer und holpriger Weg. 
verschlungener Pfad zum Morbus Parkinson
- Der Blogger resümiert:

Selbst Gold und Staatsanleihen können sich einem Werteverfall nicht entziehen. Dies zeigte die Welt-Finanzkrise vor 10 Jahren.- Doch der Blogger ging noch vor wenigen Wochen davon aus, dass seine segensreichen neuen Errungenschaften der nicht Dopamin-betriebenen Schaltkreise seines Gehirns nun als Besitzstand zu verbuchen seien.  Schwungvolles Schreiten ohne erkennbare Standard-Symptome als neuer Weg der Selbst-Mobilität ohne alle Hilfsmittel im 21. Jahr mit Morbus Parkinson vom idiopathischen Typ und im 13. Jahr der L-Dopa-Medikation. -

Die Annahme eines klar vergrößerten Besitzstandes aber war falsch, und der erweckte Eindruck eines ständigen Berg-Auf war irreführend. Hier sind die Fakten der letzten 10 Tage:

1. "Trümmerwerk" gefährdet neue Motorik

Den tatsächlich funktionierenden "neuen Schaltkreisen" des Gehirns mit augenfälligen Fortschritten in der Motorik - steht ein Trümmerwerk desolater Alt-Schaltkreise gegenüber. Letztere konnten sich in den vergangenen 13 Jahren der L-Dopa-Medikation an den Mechanismus gewöhnen, den Neurologen aller Länder als hilfreich bezeichnen, der jedoch nach ca. 8 Jahren auf Resistenz stößt und damit unberechenbar wird. Nun beeinträchtigen diese alten "Nagel-Bomben" sogar den Zugriff des Bloggers auf seine frisch erarbeiteten L-Dopa-freien Schaltkreise.

Richtig wäre es, wenn die frisch erarbeiteten neuen Schaltkreise des Gehirns als Potenziale bezeichnet würden, nicht etwa als Garanten einer sorgenfreien Mobilität für längst L-Dopa-medikationssüchtige Langzeit-Parkinson-Patienten. Doch ist nicht das Potenzial einer aufrechten Mobilität zu Fuß schon eine Menge mehr wert als das innere Einverständnis mit dem drohenden Rollstuhl, der ans Lebensende führt.: Wheel chair forever oder als schönere Alternative öfter mal genüsslich im Schaukelstuhl auf der Veranda: -  "Old Rockin' Chair got him!"

Wichtig ist auch der Hinweis auf die genauen Bedingungen und Nebenbedingungen, unter denen die Leistung eines neuen Schaltkreises für Mobilität inklusive der Freiheit von haltungstypischen Entstellungen des Auftretens, wie z.B. kein Mitschwingen der Arme, keine unwillkürlichen Sonderbewegungen der Beine und der Wirbelsäule insgesamt. - Das pure Gehen, ohne etwas in der Hand zu halten, ist die wichtigste Bedingung. Das Unterlassen aktiver Kommunikation mit dem Begleiter oder Passanten ist ebenfalls entscheidend für den Erfolg.

2. "Die schmutzige Route" sucht sich alte Ängste und ihre Mechanismen

Mit L-Dopa-Hilfe gibt es z.B. kein Inkontinenz-Problem des Patienten, sofern die Medikationswirkung dann auch eintritt. Ohne L-Dopa kann es zu einem Inkontinenz-Problem kommen, wenn Zeit- und Termindruck bzw. hochgesteckte subjektive Erwartungen bezüglich einer Übungseinheit, wie z.B."Gehen außer Haus in Begleitung einer Pflegekraft in L-Dopa-freier Phase des Tages", eine Realisierung erzwingen wollen. Dann reicht der schwächste Wind im Dickdarm, und Todesangsst kommt auf, also FREEZING / Stupor. Das am Boden festgeklebt-Sein überspielt der Blogger gern in solchen Fällen durch ein paar Witzchen, schafft in dem Zustand gehend aber nur 40 Meter in 30 Minuten - trotz helfender Hand und guter Laune. Nachträglich wurde klar: viel Wind um Nichts! - So geschehen am 18.07.2017.

Voran gegangen war diesem Ereignis eine reale fast-Inkontinenz (zwei Tage vorher); diese endete dann aber in fast geordneten Verhältnissen. Dabei wurden traumatische Erlebnisse der Jahre 1945 bis 1948 vor Augen geführt...verbunden damals mit Schlaf-Inkontinenz und Gewalt-Erfahrungen. Der uralte Fehlschluss-Schaltkreis: "Angst lauert in und hinter jeder Ecke."

3. "Lichte Augenblicke" nächtlicher Mobilität von 2 - 3 Stunden

Im Nachgang zu den unter Ziffer 4 beschriebenen neuen Trauminhalten erlebte der Blogger in nie gekannter Klarheit und Zeitdauer - etwa 3 Stunden ohne Unterbrechung - ca um 2 Uhr morgens, d. h. in der Nacht, einen Zustand totaler Freiheit von allen Symptomen des Morbus Parkinson - ausgelöst offenbar durch einen beim Träumen ausgelösten Schub eines Neurotransmitters. - Leider war das Gesamtergebnis dann nicht positiv ("Es funktioniert wieder!") sondern enttäuschend: "What went up must come down!" d. h. verzögerte Gehbewegungen am nächsten Tag. Kein neuer Schaltkreis, sondern ein alter Schaltkreis, der nur den in die Irre führt, der an ihn glaubt.

4. Neuartige Traum-Arbeit und -Inhalte

Als äußerst angenehm und unterhaltend, ja als amüsant empfindet der Blogger die seit etwa 10 Tagen registrierten Themen und Szenarios in nächtlichen Träumen. - Erwähnt hat der Blogger bereits im Post vom 06.2017 die nächtlich geträumten "Begegnungen" mit jeweils einem der mächtigsten Politiker der Erde: Donald Trump und Wladimir Putin. In den erlebten Traum-Szenarios erwiesen sich - unabhängig von einander - beide als äusserst kooperative, empathische und angenehme Persönlichkeiten. -

Ähnlich die neuesten Traum-Szenarios: Es geht hier und jetzt um Auflösung bzw. Überwindungen bekannter alter Dauerkonflikte und Groll-Ursachen, um "Richtigstellungen" schiefer Sichtweisen und ungerechter Urteile der Vergangenheit. - Wie ein warmer Sommerregen kommen diese neuen Traumszenen daher - man möchte,  dass sie niemals enden. Rehabilitierungen des Ansehens unter Geschäftspartnern u.s.w. - so als habe man ab jetzt das Charisma eines Emmanuel Macron - dem die großen wilden Tiere aus der Hand fressen.

Dies gilt namentlich für ein bis zwei sehr persönliche Szenarios, in denen Tatsachen des Lebens vor 70 Jahren auf die Gegenwart übertragen und damit in eine Umkehrung der Macht- und Aktionsverhältnisse verwandelt wurden. Erleichterung, Freude und Befriedigung sind die Folge. -

Minderung der Angst? - "Unshackling the Chains of Fear" ?
(Die Ketten der Angst abschütteln! - Interview mit Fred Phillips, ex-Parkinson-Patient)

Fortsetzung folgt: z. B. über Zweck und Ziel von "Frieden" und "Harmonie" im Rahmen der neuen Kognition/Erkenntnis/Einsicht.

Montag, 10. Juli 2017

Umgang mit neuen Hirnschaltkreisen für hohe Mobilität nach 20 Jahren Parkinson

Das vergangene Wochenende (8./9. Juli 2017) war geprägt durch intensive Trainings des Gehens und Laufens im L-Dopa-freien Medikationszustand des Bloggers (= letzte Einnahme von 25 mg L-Dopa etwa 4 Stunden vor der Übung):

3. Schaltkreis , Geh-Übung auf der Gartenwiese, allein

- Am 8. Juli 2017 funktioniete eine 30 Minuten umfassende Übung "Gehen im Wanderschritt barfuss auf einer etwas unebenen Gartenwiese" tadellos. Keinerlei Parkinson-Symptome in der Körperhaltung oder im Gangbild.

anders als bei Computern sind Hirn-Schaltkreise veränderbar

1. Schaltkreis - Geh-Übung im Haus, siehe Posting vom 27.06.2017

- Am gleichen Tag weigerte sich das Nervensystem des Bloggers, eine solche Gehübung im 16 Meter langen Hausflur, also unter einem Dach, durchzuführen. Keine Start-Chance trotz mehrfacher Start-Versuche.
- Am 9. Juli 2017 funktionierte eine solche 30 Minuten umfassende Geh-Übung im Hause - natürlich wieder ohne L-Dopa - tadellos.

 Zwei Stunden später wurde eine Gehübung auf der Gartenwiese (3. Schaltkreis, s. o.) von 15 Minuten nachgeschoben. Alles wie am Schnürchen ohne Parkinson-Symptome, in aufrechter Haltung, gehobenen Hauptes, kraftvollen Schrittes.


Das Ende der Fahnenstange erreicht?

EXKURS:  die wissenschaftlichen Grundlagen
Norman Doidge: Wie das Gehin heilt: Neueste Erkenntnisse der Neurowissenschaften,
dargestellt am Beispiel des Parkinson-Überwinders Pepper und seiner Geh-Therapie
Vgl auch Post vom 27.10.2015, vom 24.03.2015 und vom 23.06.2016 in diesem Blog
unsere Gehirne enthalten plastische  Schaltkreise


4. Schaltkreis: Kick-den-Karton  - Dribbeln zu Hause als ultima ratio

- Danach erlaubte das Nervensystem des Bloggers kein auch nur annähernd "normales" Gehen. Der Blogger sah sich gezwungen - um überhaupt Ortswechsel im Wohnbereich vornehmen zu können - die "Kick-den-Karton-Übung" anzuwenden, vgl. hierzu Post vom 07.12.2013  in diesem Blog. Bei dieser Übung wird im langsamen Dribbel-Schritt ein leichter Pappkarton mit den Fußspitzen nach vorn gestoßen, abwechselnd mit  links und rechts, wie beim Fußball - nur langsamer. - Offenbar sieht das Nervensystem diese spielerisch-merkwürdige Methode der Fortbewegung nicht als ein "Gehen", sondern als ein "Spielen" an. Letzteres wird "gnädig" gestattet, und zwar ohne jede Gleichgewichtsprobleme, ohne ein Risiko des Strauchelns, Stolperns, Hinfallens oder des Freezings ( = Stupor ).


5. Schaltkreis:  Gehen, Hüpfen, Springen auf Matratzen-Unterlage

Totale Mobilität beim Gehen oder Springen auf einer Matratze als Unterlage  - allerdings beschränkt auf wenige Minuten der Hyperaktivität -  danach schnelle Erlahmung bzw. Erschöpfung. Beim zwischendurch vorgenommenen Wechsel vom Matratzen-Untergrund auf Parkettboden: sofortiges Erstarren jeder Bewegung der Beine: Freezing - aber ohne Angstanfall. Dann wieder auf "ungefährlicher" Unterlage kommt die volle Mobilität im Sekundenbruchteil zurück.
(vgl Darstellung im Posting vom 23.06.2016  in diesem Blog)


Wie der Nutzer des Blogs diesen Schilderungen entnehmen kann, ist nicht nur das "Erfinden" eines neuen Gehirn-Schaltkreises eine Frage höchster Kreativität, sondern auch der Vorgang der zunächst "lockeren" Verbindung zu den lädierten, auf der Wirkung von Dopamin beruhenden Gehirn-Schaltkreise. Wie ein Traumtänzer wechselt der trainierende Blogger und jeder andere willige Parkinson-Patient von Schaltkreis zu Schaltkreis. Es gilt heraus zu finden, welche Form des Fortbewegens auf zwei Beinen vom zentralen Nervensystem als "SICHER"  freigegeben wird.

Es entscheidet über eine solche Freigabe als "SICHER" nicht etwa der Wille des Menschen, dem das Gehirn vermeintlich dient, sondern nach eigenem Urteil und Gutdünken die Chef-Etage des zentralen Nervensystems. ("Ich weiß besser als du, was für dich gut ist. Schau dir deinen Zustand doch selbst an. Willst du etwa so weitermachen? - In jedem Fall nicht mit mir!")


Anmerkung.
haben wir, liebe Co-Parkinson-Patienten, nicht selbst dazu beigetragen, dass unser Hirn eine falsche Führungsrolle übernimmt, in dem wir uns vom Herz-Gefühl als Orientierungs-Maßstab erst unfreiwillig, dann aber auch freiwillig verabschiedet haben? -

Nicht "America First", sondern "mit dem Herzen voran" hätte es stets heissen müssen. - Nun muss das kognitive Umstrukturieren uns dabei helfen, unsere Dissoziation zu überwinden - q.e.d.
Vgl. auch Ausführungen zum Thema "strukturelle Dissoziation" im Post vom 24.10.2014 in diesem Blog.

Zitat
Dr. med Jochen Peichl, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie sowie für psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik. Leiter des Instituts für hypnoanalytische Teilearbeit und Ego-State-Therapie (InHAT), www.jochen-peichl.de, in: "Jedes Ich ist viele Teile - Die inneren Selbst-Anteile als Ressource nutzen" , Fachbuch, erschienen im Kösel-Verlag, 7. Auflage, S. 58
So drückt es der Fachmann für Dissoziation und Trauma, Dr. med Jochen Peichl, aus






Dienstag, 27. Juni 2017

Teufelskreis irrealer Akkumulation von Angst (dirty road) durchbrochen

Auf Dauer gelingt es dem Parkinson-geschädigten Hirn nicht, den ersponnenen Unsinn von der steten Gefahr für Leben und Tod (= Ursache des Freezinng / Stupor) aufrechtzuerhalten. Voraussetzung dafür, dass der durch den "schmutzigen Weg" entstandene Teufelskreis durchbrochen werden kann, ist ein nachweisbarer, solider Fortschritt in der kognitiven Umstrukturierung. - Und ebendies scheint am 26./27. Juni 2017 dem Blogger passiert zu sein. Zwei neue Gehirn-Schaltkreise sind entwickelt und - zunächst begrenzt - erfolgreich eingesetzt worden als Ersatz der dopamin-betriebenen fehlerhaften alten Schaltkreise. (Vgl. Anmerkung zu Clement Meadmore am Schluss dieses Posts)

1.  Schaltkreis
Geh-Übung im Haus - ohne L-Dopa: 60 Minuten

Am 26.06.2017 ist der Blogger im Hause einen 16 Meter langen Korridor von 14.15 bis 15.15 Uhr
ohne Unterbrechungen  auf und ab geschritten. Schrittlänge ca. 50 cm. Tempo: 4 -  5 km/h, ohne jegliche parkinsontypischen Anzeichen der Körperhaltung oder des Gangbildes - im 21. Jahr seit Beginn des Morbus Parkinson vom sog. idiopathischem Typ -
180 Grad Kehre jeweils in einem Schwung; hin und her
Parkinson-Patient beschreibt im Film so sein Lebensgefühl
- Wie Rainer Maria Rilkes Panther, damals im Jardin du Luxembourg, Paris (vgl. "Zeit des Erwachens",  Film mit Robert de Niro als Parkinson-Patient, Robin Williams in der Rolle des Dr. Oliver Sacks in den 1960er Jahren) -
Anmerkung: Robin Williams litt vor ca. 5 Jahren dann tatsächlich selbst am Morbus Parkinson. Er beging Selbstmord am 11.08.2014 im Alter von 63 Jahren. Vgl. Posting vom 25.01.2017 in diesem Blog.

Die oben geschilderte Geh-Übung wurde am 02.07.2017 erfolgreich wiederholt.


2.  Schaltkreis
Geh-Übung außer Haus - ohne L-Dopa:
600 Meter davon ohne Hand-Kontakt zur begleitenden Pflegekraft

Schon beim Durchschreiten der Hauseingangstür nach draußen fühlte der Blogger am 27.06.2017 um 11 Uhr  genug Mut, um in aufrechter Haltung "beherzt" auf das Trottoir zu treten und mit einem flotten 45 Grad Schwenk nach links Richtung Osterstraße voran zu gehen. Dabei ergriff der Blogger  nicht wie gewohnt die Hand  der Pflegekraft. - Doch eigentlich zeigten sich bereits beim forschen Durchschreiten des langen Treppenhaus-Flurs vor der Eingangstür auffällige Veränderungen der Selbstwahrnehmung des Bloggers.  Nicht mehr schlurfenden Schrittes "immer an der Wand lang", sondern nun erwartungsvoll und bestens gelaunt direkt nach draußen strebend. - Wie ein Ich-Erwachen fühlte sich das an. Als habe der Blogger endlich den "Hoppla, jetzt komm' ich!"-Modus gefunden, frei nach Hans Albers in den 30er Jahren.

A L P T R A U M  vor 65 Jahren
Anmerkung: gewöhnlich erinnern die letzten 10 Meter des Treppenhaus-Flurs den Blogger immer wieder an einen Alptraum über Lähmung bzw. Bewegungsunfähigkeit seines Körpers, insbesondere der Beine auf dem Fluchtweg vor "gefährlichen" Verfolgern aus dem Hausinneren. Ein solches Geschehen war im Alter von 7 - 12 Jahren Standard-Thema des Alpträumens. -
Verfolgerin. schwarze Katze ?
Wer die Verfolger waren in diesem Traum? - Der Blogger erinnert sich an ein oder zwei im Dunklen lautlos schleichende, nicht erkennbare schwarze Großkatzen - Panther vielleicht- , die nur durch ihre leuchtenden Augen lokalisierbar waren. - Doch nun zurück zur Gegenwart, 60 Jahre danach:
...da zittert, bebt, schlurft und stolpert keiner daher, nein!

Und keine der zahllosen Begegnungen in den nächsten 10 Minuten konnte den Blogger aufhalten, seinen Weg zur übernächsten großen Straßenkreuzung fortzusetzen: Baulärm, parkende LKW mit laufendem Motor, am Handy hängende lautstarke Passanten, entgegen kommende Matronen im "jetzt- komm'-ich-Modus" - all das liess ihn kalt bzw. cool. Keine Spur der üblichen Platzangst-ähnlichen Vorstellungen vermeintlicher Gefährdungen für Leib und Leben!

Nach 10 Minuten forschen Gehens kippte das System; jedoch nicht gänzlich zurück auf den Status davor (Gehen nur an der Hand), aber vorübergehend "mit Anfassen", danach immer wieder mal "ohne Anfassen".

... und mit Bravour gelang die Rückkehr zum Hauseingang ohne Anfassen der Hand der Pflegekraft, vorauseilend und ohne Zögern inmitten einer vor dem Haus offenen Großbaustelle mit 4 mittelgroßen Baumaschinen im Einsatz, Radfahrern auf dem Fußweg und flanierenden Passanten.

Hammer vergessen, um 180 Grad Körperachse drehen, mit Schwung losgehen

Neu waren während der insgesamt 40 Minuten dauernden Geh-Übung auch kurze Einlagen im  Jogging-Modus, wenn der Weg einmal übersichtlich war. Bei kurzen, unvermeidbaren Stopps auf dem Rückweg zum Haus nutzte  der Blogger den vor fünf Jahren noch gern genutzten Trick (paradoxe Intention nach Victor Frankl, 1946) des "Rückwärtsfallenlassens" (wie ein olympischer Hammer-Werfer), um wieder Schritt fassen zu können.
Der Durchbruch will geübt sein - tagtäglich bei Parkinson

Die ex-Dissoziaions-Übung von Dr. Janice Walton-Hadlock zeigt Wirkung - wen wundert es: bei täglich 5-8 Durchgängen der kognitiven Umstrukturierung

= Umschaltung von Hirn- auf Herz-Führung
-  Frieden und Harmonie, statt Wirrwarr
Salomo erbat ein hörendes Herz. Gott gewährte seine Bitte.

In den ersten Juli-Tagen kommt dem Blogger während seiner Übungen immer wieder die Ähnlichkeit der kognitiven Umstrukturierung mit König Salomos Bittgebet in den Sinn:

„Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz“
(in: Buch der Könige)

Salomo will die Führung seines Volkes übernehmen; dazu erbittet er von Gott ein hörendes Herz. - In der Übung der kognitiven Umstrukturierung bittet der Patient um die Füllung des Herzens mit Frieden und Harmonie; und nach Vorliegen dieser Voraussetzung will sein Herz wieder die Verantwortung für seine und des Gehirns Sicherheit zurück haben!!!
die Augen sind der Spähtrupp des Gehirns - das Herz sieht mehr!

Kleiner Rückfall

Am 04.07.2017 wollte der Blogger das oben beschriebene Kunststück in der "Hoppla, jetzt komm ich"-Manier wiederholen. Diese Absicht war aber offenbar zu hoch gesteckt (flying high), und sie misslang gründlich. Eine Strecke von 1.100 Metern wurde zwar gegangen, jedoch an der Hand der begleitenden Pflegeperson. Und immer wieder zwischendurch verzögerte Abläufe der Gehbewegungen und auch komplette Stopps. Letztere zum Glück ohne Angstanfall, ohne Zittern. Auch die "paradoxe Intention" brachte den Blogger nicht von der Stelle. -

Fazit: "Immer an der Wand lang" (Schlager-Titel von 1905) bleibt als Alternative, wenn "Hoppla, jetzt komm ich" hinter den Erwartungen zurück bleibt.

Wohlgemerkt ohne L-Dopa-Medikation das ganze.

Fazit: Du kriegst nichts geschenkt. Das Belohnungssystem des Bloggers will noch nicht wahrhaben, dass Geh-Übungen gut sind für Körper, Verstand und Geist.


Vgl. auch die hier genannten Posts zum Thema "Mobilitäts-Training/neue Schaltkreise im Gehirn" in diesem Blog:

vom 05.02.2015
(ebendort Abdruck von Clement Meadmore's article: "How to create new brain circuits that don't depend on dopamine")

vom 27.01.2015
vom 18.02.2016
vom 22.12.2014
vom 04.11.2014

und viel Erfolg durch Training!

Freitag, 9. Juni 2017

"Nah-Tod-Schock" beim Kaffee (die "schmutzige Route" - Joseph LeDoux)

Wieso plötzliche Bewegungs-Starre (Freezing, Stupor, Nahe-Tod-Schock) des Parkinson-Patienten? - und dies am ruhigen Sonntagnachmittag drei Schritte vor dem Hauseingang! - oder bei gemütlichem Kaffee-Trinken im Kreis der Familie ? 
Schaltkeis der Angst wirkt bei Parkinson; seit der Kindheit...



Antwort:  
 die "schmutzige Route" unseres Nervensystems arbeitet unpräzise

Der Emotionsforscher Joseph LeDoux von der New York University nennt diesen Weg die «schmutzige Route», weil dabei nur grobe Information weitergeleitet wird. - (Erst später wird dann die "kognitive High Road" beschritten.)

"Beatles klingen dort wie Rolling Stones, sagt LeDoux, und eine Plasticschlange sieht aus wie eine richtige. Also wird die Abwehr vorbereitet: Der Körper erstarrt, Puls, Atemfrequenz und Blutdruck werden erhöht, Blutzufuhr von Verdauungstrakt, Niere und Haut gedrosselt. Falls man kämpfen oder flüchten muss, steht so für Muskeln und Gehirn genügend Sauerstoff bereit. Dann wird noch das hauseigene Opiatsystem angeworfen und damit die Schmerzempfindlichkeit unterdrückt. Ablenkung kann in dieser Situation das Leben kosten. Darüber hinaus kann der Mandelkern Kettenreaktionen anstossen, die seltsame Wirkungen zeitigen: Schreien, feuchte Hände, Gänsehaut, geweitete Pupillen, nasse Hosen. Der Zweck dieser Reaktionen ist nicht restlos geklärt. Die Gänsehaut geht wohl auf die Zeit zurück, als der Mensch einen Pelz hatte und das Aufstellen der Haare ihn grösser und damit angsteinflössender aussehen liess. Warum wir vor Angst in die Hosen machen, hält der Stressforscher Robert Sapolsky von der Stanford University hingegen für «eine der verbleibenden unbeantworteten Fragen der modernen Wissenschaft». Er spekuliert, dass, wenn es um Leben und Tod geht, «die Blase nur eine unnütz herumschwappende Bürde ist», die uns beim Sprint behindert. Also: leeren! "
Parkinson's means LOW ROAD for ever !?

Da wird jedes Handy-Geklingel zur Vor-Hölle...Der Schaltkreis der Angst wirkt*

*Hier können sie Joe LeDoux mit seiner  Soft-Rock-Band AMYGDALOIDS sehen und anhören - mit Rosanne Cash am Schlagzeug:
Mind Over Matter


Vgl Ausführungen im voran gehenden Post in diesem Blog.

Ausweg gesucht von der "schmutzigen Route"


Die Low Road wird dann von Jahr zu Jahr aus einem bestimmten Grund notorisch wieder und wieder befahren. Warum? - Weil ein frühkindliches Trauma niemals erkannt, geschweige denn anerkannt, bearbeitet und aufgelöst wird. Es bringt sich auf diese versteckte Art und Weise dann eben doch in "Erinnerung". Insoweit sind sich Dr. Janice Waltton-Hadlock, Dr. Marc Peter Hurni, Dr. Jaclyn Gisburne und der Blogger einig. (Vgl. auch den Post vom 17.01.2013 in diesem Blog)

Gisburne therapiert Parkinson-Patienten mit Neurofeedback, Matrix Reimprinting, EFT Emotional Freedom Techniques; Walton-Hadlock mit kognitiver Umstrukturierung.

Der Blogger dokumentiert hier seinen Anfang Februar 2017 beschrittenen Weg zur kognitiven Neuordnung seiner inneren Urteils- und Entscheidungsfindung nach den Empfehlungen Walton-Hadlocks in Santa Cruz, Ca., U.S.A.



Kognitive Restrukturierung entwickelt Eigendynamik der Selbsttherapie

Was der Parkinson-Patient für seinen Alltag braucht, ist ein feinsinnigeres Navigationssystem für seine Bewegungen in der Ebene. ("in der Ebene" deshalb, weil "freezing"/Stupor beim Treppensteigen oder Hinabgehen einer Treppe praktisch nicht vorkommt!) Nicht jedes auf dem Boden liegende Blatt  verbirgt unter sich ein lauerndes Insekt mit tödlichem Gift. Die schmutzige Route muss als solche entlarvt werden! Am besten geeignet für Innovationen innerer und äußerer Navigation sind die Übungen der kognitiven Restrukturierung, insbesonderee die inneren Visualisierungen der avisierten Austausch-Vorgänge:

Frieden und Harmonie  an Stelle des jetzigen Wirrwarrs (erst im Gehirn, dann im Herzen)
Der Begriff Harmonie kann bei der Visualisierung in zwei unterschiedliche Richtungen weisen;
hin zum musikalischen Wohlklang oder hin zu einem sozialen Miteinander in Achtung und innerer Würde. Hier kommt dem Blogger die Psychosynthese in den Sinn, geprägt von Roberto Assagioli.
vgl  "Harmonie des Lebens. Psychosynthese".
Roberto Assagioli's Psychosynthese



Nun gilt es, sich bei der Visualiserung konkret vor Augen zu führen, wie dieses unförmige "Herz in  dunkelrot mit bleichen Blutgefässen" ( geeignet als Pumpwerk des Körpers ), vgl. Post vom   10. Februar 2017  in diesem Blog, in das "Herz in seiner von Nervenzellen ausgefüllten Hülle" als Navigator des Lebensweges umgewandelt, angereichert wird. Am Ende dieser Visualisierung steht dann die übliche Herzform mit den beiden Rundungen nach oben und der Spitze nach unten gerichtet. So wie es als "handelndes Herz" in den im Protokoll gezeigten Figürchen (mit Armen und Beinchen, teils sogar mit einem sprechenden Mund ausgestattet) auftaucht.

Zunächst wird nach Überwindung des "Herzens in dunkelrot..." die übliche Herzform in knallroter Farbe visualisiert. Diese Farbe gibt die Gefühlswelt des Menschen wieder. Am Ende dieser Visualisierung der Wandlungen des Herzens in Richtung Frieden und Harmonie steht wieder das hellrot schimmernde, viel größere, nur mittelstark aber zuverlässig LED-glimmende "Herz von Manhattan", vgl. Post vom 10. Februar 2017 in diesem Blog.
Herzen überall auf der Festa Major de Gracia in Barcelona

 Geeignet erscheinen hierfür auch die "Herzen, überall", vgl. Foto von der Festa Major de Gracia in Barcelona.

Die Herzhülle ummantelt das "Pumpwerk" 
in: Achim Eckert: Das Tao der Akupunktur...Psychosomatik, S. 225

Welches seiner Organe könnte der Mensch aktivieren, um sensiblere Prüfkriterien für das Gehen in der Ebene und seine Gefahren beim Hinfallen oder beim "Einfrieren"  anzuwenden? - Die Antwort lautet für die traditionelle chinesische Medizin ( TCM ) fraglos:

Es ist die Herzhülle, das Pericardium, der Herzbeutel, dem diese Aufgabe zukommt.

Oben, im Zitat, beschreibt Dr. Achim Eckert in unnachahmlicher Weise, wie die Herzhülle ihre Arbeit versteht. Für Schulmediziner beschreibt Eckert es so:
in: Achim Eckert. Das Tao der Akupunktur ... Psychosomatik, a.a. O

Ist es dann nicht folgerichtig, wenn die Visualisierung die Interpretation und grafische Repräsentation des "Pumpwerkes" in seiner Wandlung zum "Wächter der inneren und äußeren Sicherheit" vollzieht?
Nun voran damit...


Akupunktur hilft dabei!

Unterstützen kann der "einsichtige" (kognitive) Parkinson-Patient den hier betriebenen Übergabe-Prozess vom Hirn zum Herzen durch ein darauf zugeschnittenes Akupunktur-Programm, entwickelt von Michael  T. Greenwood. Details finden sie in den Posts

vom 31.03.2012 (Parkinson: bioelektrischer "Zusammenbruch")
Michael T. Greenwood's "alienated man"

vom 02.06.2015, vom 18.06.2015 und vom 24.06.2015 in diesem Blog.

In der TCM wird der Zustand der Kaltstellung des Herzgefühls als "Heart-Mind-Split" bezeichnet. Heart-Mind-Split benennt das gleiche Phänomen wie der Begriff der Dissoziation.

Der Blogger hat ebenfalls bei Greenwood eine schlüssige Antwort auf die typische Parkinson-Patienten-Frage gefunden: "Warum soll ich mich im Alter noch mit Akupunktur befassen?"

Michael T. Greenwood:
ACUPUNCTURE AND EMPOWERMENT - Transforming the Therapeutic Relationship to Facilitate the Flow of Qi

Durch Selbsttherapie kommt das chi in Schwung, und der Wille zur Selbstbehauptung kehrt zurück.